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Yellowstone-Park: Supervulkan offenbart zweite gigantische Magma-Kammer

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Eine gewaltige Magmakammer unter dem Yellowstone-Park war bereits bekannt – nun fanden US-Forscher eine zweite, noch größere Kammer unter der ersten.

In der US-Unterhaltungsindustrie bleibt New York das unangefochtene Epizentrum fiktiver Weltuntergänge. Aber der Yellowstone-Nationalpark ist groß im Kommen. In Roland Emmerichs Katastrophenfilm “2012” durfte der dort schlummernde Supervulkan ebenso ausbrechen wie in einer mittlerweile langen Reihe von Romanen und TV-Filmen.

Ursache dieses Booms waren im vergangenen Jahrzehnt zusammengetragene Erkenntnisse über die Dimensionen des Vulkankomplexes von Yellowstone. Tief unter dem Park befindet sich ein sogenannter Mantel-Plume, in dem heißes Gestein aus dem Erdmantel Richtung Kruste steigt. Das Magma sammelt sich in einer fünf bis 16 Kilometer tiefen Kammer von 10.000 Kubikkilometern Größe. Die darf man sich aber nicht wie ein Gefäß voller Flüssigkeit vorstellen, sondern eher wie einen “Schwamm” aus festem Gestein, der einen gewissen Prozentsatz an geschmolzenem einschließt.

In jüngerer geologischer Zeit wurden aus dieser Kammer mehrfach gigantische Mengen an Material freigesetzt – genug, um ganz Nordamerika mit Asche zu bedecken und in Yellowstone eine 55 mal 72 Kilometer große Caldera zu hinterlassen. Die bisher letzten drei Eruptionen fanden vor knapp 2,1 Millionen, 1,3 Millionen und 640.000 Jahren statt. Es ist die spekulative Fortführung dieser vermeintlichen arithmetischen Folge, die das Yellowstone-Szenario so populär macht.

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(Der Aufbau des Yellowstone-Vulkankomplexes vom Erdmantel bis zur Oberfläche)

Nun entdeckten Forscher um Hsin-Hua Huang von der University of Utah mit einem seismologischen Messnetzwerk eine zweite, wesentlich größere Magmakammer unter der bereits bekannten. Wie sie im Fachmagazin “Science” berichten, umfasst diese Kammer 46.000 Kubikkilometer – genug, um den Grand Canyon elfmal aufzufüllen. Die Kammer erstreckt sich 20 bis 50 Kilometer tief und bildet offenbar das wichtigste Bindeglied zwischen dem oberen Rand des Mantel-Plume und der Unterseite der kleineren Kammer. Zwischen den Kammern quetscht sich das Magma auf kurzer Strecke durch kanalartige Verbindungen. Huangs Team spricht davon, das “Missing Link” von Yellowstone gefunden zu haben.

Und weil es eben diese Mode an Weltuntergangsszenarien gibt, beeilten sich die Forscher auch zu versichern, dass die Bedrohung aufgrund der neuen Erkenntnisse in keiner Weise höher eingeschätzt werden muss als zuvor. Man verstehe jetzt nur besser, wie der Vulkankomplex von Yellowstone funktioniert. Die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Ausbruchs beziffert Studienkoautor Robert Smith mit beruhigenden 1:700.000 pro Jahr.

Literatur:

Die Erde hat ein Leck: Und andere rätselhafte Phänomene unseres Planeten von Axel Bojanowski

Vulkane, Schluchten, Höhlen: Geologische Naturwunder in Deutschland von Manuel Lauterbach

Vulkane von Marc Szeglat

Video: https://youtu.be/hQviElGNRjc

Quellen: PRAVDA TV/BBC/derstandard.at vom 24.04.2015