Arbeitsmarkt 2030: Bald keine Arbeit mehr!

“Arbeitsmarkt 2030″ ist eine neue Rubrik bei uns, in der wir die sich verändernden Arbeitsbedingungen beleuchten wollen, Konsequenzen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. In den kommenden 10 – 20 Jahren wird unsere Gesellschaft mit gravierenden Veränderungen im Berufsleben zurechtkommen müssen, die momentan von der Öffentlichkeit kaum Beachtung finden. So wie Arbeitsplätze der Reihe nach wegfallen werden, fallen auch Arbeitnehmer und Manager um wie die Fliegen, wegen Burnout und Überforderung. Mit dem Future Truck 2025 entwickelte Mercedes einen LKW, der imstande ist, sich ohne Fahrer fort zu bewegen.

Es ist zwar vorgesehen, dass nach wie vor ein „echter Mensch“ hinter dem Lenkrad sitzt und gegebenenfalls ins Geschehen eingreift, aber wenn man die Entwicklung „weiterspinnt“, ist es eine Frage der Zeit, bis Transportprozesse mit minimalem Personenaufwand betrieben werden. U-Bahnen in vielen Städten fahren schon seit vielen Jahren ohne Fahrer. Den zunehmenden High-Tech-Automatismus kann man sehen wie man will, aufhalten kann man ihn jedoch kaum.

Die Vergänglichkeit der Arbeitsbedingungen

„Human Resources“ ist meist auch der erste Bereich an dem, wenn Aktiengesellschaften, die zwar schwarze Zahlen schreiben, aber für die Aktionäre zu wenig Renditen abwerfen, gespart wird. Entweder durch Einsparungen beim Gehalt, welche mit dem Ausgliedern oder dem Schaffen neuer Firmen gut möglich ist (aktuelles Beispiel sind DHL-Kurierfahrer), oder durch Stellenstreichungen. Seit der Ent-Industrialisierung, beginnend in den 80er Jahren, bei der die Produktion entweder mithilfe computergesteuerten Maschinen effizienter gemacht und der klassische Arbeiter zunehmend ersetzt wurde, bzw. durch die Auslagerung in billigere Produktionsländer, wissen wir um die Vergänglichkeit der uns bekannten Arbeitsbedingungen.

Deutschland wurde in den letzten 40 Jahren mehr und mehr von einem Industrie- zu einem Dienstleistungsstandort. Verödete Industrieflächen und heruntergekommene Fabrikgebäude zeugen noch immer davon. Dass nun auch Dienstleistungen mehr und mehr von Computern erledigt werden, sollte langsam auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Keine Ruhepausen dank BWL

Junge, ehrgeizige BWL-Studierte führten im Zuge der Privatisierung der Staaten und Geschäftsbetriebe zunehmend Zeitmanagements in den Firmen ein, um sie noch effizienter zu machen, nehmen den Arbeitnehmern jedoch die letzten kleinen Ruhepausen, die so wichtig sind, um sich kurzfristig zu regenerieren, sei es beim kurzzeitigen Surfen im Internet, beim Plausch mit Kollegen in der Büroküche oder bei einer Zigarette vorm Haus. Der Mensch braucht, das ist medizinisch nachgewiesen, zwischendrin immer wieder kleinere Ruhepausen und ist dadurch sogar produktiver. Wie die Ruhepausen für den Einzelnen aussehen, ist dabei nahezu irrelevant.

Die Folgen sind Überforderung und Unzufriedenheit

Die arbeitende Bevölkerung steht zunehmend unter Stress. Der Angestellte, der von Vorgesetzten und Firmenchefs mit immer strafferen Zielen bedacht wird, oder der Selbständige, der immer mehr Einkommen braucht und dadurch mehr leisten muss, um den steigenden Lebensunterhalt (durch Euro-Abwertung, Zinseinbußen und Inflation) finanzieren zu können. Die Folgen sind Überforderung, Depression, Burnout sowie körperliche Krankheiten. Betroffen davon sind ebenso die Angehörigen wie (Ehe)-Partner und Kinder, im Endeffekt also unsere gesamte Gesellschaft. Bezeichnend die aktuelle Gallup-Studie zum Mitarbeiter-Engagement: Die Meisten schieben nur Dienst nach Vorschrift und stehen nicht hinter ihrem Unternehmen:

Engagement der Arbeitnehmer in Deutschland:
15% sind motiviert
70% machen Dienst nach Vorschrift
15% haben innerlich gekündigt (das sind 5 Millionen Menschen!)

Begründet wird das fehlende Engagement der Arbeitnehmer mit schlechter Führung der Chefs, ungerechter Bezahlung und fehlendem Spaß bei der Arbeit. Zudem beklagen sich die meisten über mangelnde Anerkennung, fehlende Entwicklungsmöglichkeiten und darüber, dass ihre Meinung nicht zählt und sie in Entscheidungen nicht mit eingebunden werden.

Der Preis für den hohen Leistungsdruck ist hoch:
30% der Arbeitnehmer wissen nicht, wie sie den Ansprüchen gerecht werden sollen
22% verzichten auf Pausen
22% arbeiten in einem Tempo, das langfristig nicht durchzuhalten ist
18% stossen oft an ihre Leistungsgrenzen (32% gelegentlich)
14% kommen oft krank zur Arbeit
11% arbeiten auch in der Freizeit (Feierabend, Urlaub, Wochenende)
6% greifen z.B. zu Medikamenten, Alkohol oder Nikotin, um leistungsfähiger zu sein
5% konsumieren z.B. Medikamente, Alkohol oder Nikotin, um nach dem Job besser abschalten zu können

(Quelle: Studie der Bertelsmann-Stiftung und der Krankenkasse Barmer GEK)

In den kommenden 20 Jahren ersetzt der Computer fast die Hälfte aller Arbeitsplätze

Laut einer Studie der University of Oxford sind in den kommenden 20 Jahren fast die Hälfte aller Arbeitsplätze davon bedroht, von einem Computer abgelöst zu werden. Die betrifft vor allem klassische Bürojobs. Jobs, in denen soziale und kreative Kompetenzen gefragt sind, sind davon weitaus weniger betroffen. Untersucht wurden 700 Jobs des amerikanischen Berufsmarkts. Aber auch für Deutschland wurden bei einer Studie der „London School of Economics“ ähnliche Ergebnisse veröffentlicht.

Was tun?

Auf der einen Seite sind hier also Menschen, die immer mehr leisten müssen und dabei zunehmend krank werden. Auf der anderen Seite sind es Jobs, die einfach wegfallen, was deutlich vermehrte Arbeitslosigkeit zur Folge haben wird. Das heißt, wenn hier nichts grundlegend verändert wird, klafft die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinander als ohnehin schon, und in absehbarer Zeit ensteht ein weiteres Ungleichgewicht und ein finaler Bruch innerhalb der Gesellschaftssysteme.

Unsere Aufmerksamkeit sollte sich aber nicht auf die Angst und den aussichtslosen Kampf um die zu sichernden Jobs konzentrieren, sondern um Visionen, wie man als Gesellschaft darauf reagiert, oder noch besser: agiert. Die Menschheit bekommt die globale Chance, mit wesentlich weniger Arbeit leben zu können. Die „Vier-Stunden-Woche“, der Bestseller des Visionärs Timothy Ferriss wird bald aktueller denn je. Denn: Wenn zunehmend Computer und Maschinen die oft unliebsame und dreckige Arbeit der Menschen übernehmen, haben die Menschen mehr Zeit. Das ist Fakt! Die Staaten können kaum ein Interesse daran haben, dass die Kriminalitätsrate durch aufkommende Armut steigt.

Das bedingungslose Grundeinkommen

Eine Möglichkeit, die drohende Armut zu vermiden, wenn nicht die Einzige, ist das bedingungslose Grundeinkommen. Eine Grundabsicherung eines jeden Menschen (Erwachsene wie Kinder), um ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Wenn der Mensch nicht mehr gezwungen wird, einen Job auszuüben, der weder seinen Fähigkeiten entspricht, noch Freude bereitet, kann individuelle und wahres globales Wachstum entstehen. Für die meisten erscheint die Vorstellung, dass der Staat nicht-arbeitende Menschen finanziert, vielleicht absurd. Der Mensch strebt grundsätzlich danach, gebraucht zu werden, Anerkennung zu bekommen und wird sich nicht auf die faule Haut legen, oder zumindest nur wenige. Umfragen zufolge würden 80% der Menschen, die heute arbeiten, auch nach Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens weiterhin zur Arbeit gehen. Diese Menschen haben dann das bedingungslose Grundeinkommen + Einkünfte aus ihren Jobs. Durch den Wegfall des Drucks und Zwangs würden sich viele Bereiche völlig neu erfinden und definieren. Die Kreativität und die Spiritualität wird sich bei vielen Menschen entfalten können, weil mehr Zeit zum Nachdenken da ist. Ruhe und Stille ist der Nährboden für Kreativität, Ideen und Visionen. Und da es irgendwann ohnehin zu wenig Jobs gibt, wird das bis dahin normal und gesellschaftlich akzeptiert sein.

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