Streik – Das leidige Thema

Sind Streiks sinnvoll? Eine Frage, die sicher mannigfaltige Antworten erhält.
Da gibt es zum einen die Streiks der Deutschen Bahn, die immer wieder alles lahmlegen.
Millionen von Pendlern, die ohnehin schon einen langen und stressigen Weg zur Arbeit haben, sind hier immer wieder die Leittragenden. Es erfordert nicht nur zusätzliche Zeit, die auf Kosten der Freizeit geht, sondern auch Nerven, weil die Bahn bei solchen Ereignissen schlichtweg überfordert ist.

Worum geht es bei diesen Bahn Streiks eigentlich?
Die GDL fordert wieder einmal mehr Geld ( die Rede ist von 5 % ) für Ihre Klientel, sowie weniger Arbeitszeit ( die Rede ist von einer Stunde weniger pro Woche ).
Viele andere Arbeitnehmer wünschen sich das ebenfalls, haben aber nicht die Macht einer GDL, um das durchzudrücken.
Und wie immer werden solche Vorhaben auf Kosten der Verbraucher umgesetzt. Die Herren der GDL Führung scheinen zu vergessen, dass die Kosten für mehr Lohn und Arbeitszeitkürzung auf die Bahnreisenden umgesetzt wird und zwar 1:1. Sprich die Tickets werden wieder einmal teuer.

Was bringt dieser ( GDL / Bahn ) Streik für die Masse? Korrekt – zusätzliche Kosten für viele, während eine Minderheit mehr Lohn und weniger Arbeitszeit bekommt.

Nicht unbedingt gerecht, oder?

Während man bei Streiks der Lufthansa dank einer Vielzahl Anbieter ( Fluglinien) noch die Möglichkeit hat auf ein Konkurrenzunternehmen auszuweichen, hat man bei Bahn Streiks nicht unbedingt diese Alternative. Die wenigen Drittanbieter neben der DB können die Millionen Reisenden die hier bei einem Streik betroffen sind nicht mal ansatzweise auffangen.
Die Streiks von Bahn und Lufthansa haben die Unternehmen bereits Millionen Beträge gekostet. Die Bahn spricht aktuell von bis zu 600 Millionen Euro.

Was glauben Sie verehrte Streikende wer diese Zeche zahlt?

Doch hier geht es mehr um das eigene Ego und die eigenen Vorteile, die befriedigt werden sollen. Schließlich handelt es sich in diesem Fall ausschließlich um ICH-Menschen ohne Bezug zur Gemeinschaft.
Da übt die GDL Druck auf die Deutsche Bahn aus, um ihre Forderungen durchzusetzen.
Wer übt einmal Druck auf die GDL aus – Schadensersatzklage wegen Verlust von Freizeit aufgrund stundenlanger Wartezeit im Bahnhof; Mehraufwand an Arbeitszeit oder dergleichen? Wo bleibt hier der Klage-freudige Otto Normalverbraucher, der sonst wegen jedem kleinkarierten Nonsens vor Gericht zieht?

Noch etwas zeigt uns diese Situation eindrucksvoll – an den Schalthebeln der Macht sitzen fast ausnahmslos Menschen die unfähig sind gemeinschaftlich zu handeln und Kompromisse zu finden.
Getreu nach dem Motto – Ich will und Du musst parieren, sonst zwinge ich dich in die Knie ( finanziell oder durch Lahmlegen empfindlicher Arbeitsprozesse).

Da ist dann auch die Überleitung zu Amazon.
Hier versucht nun Verdi einen Handelriesen in die Knie zu zwingen. Bisher, wie erwartet, vergeblich. Bei Amazon geht es, genau wie bei Bahn, um mehr Geld für die Angestellten. Doch hier könnte der Schuss schnell nach hinten losgehen. Zum einen hat Amazon bereits eine Anhebung der Versandkostenfreiheit vorgenommen, was noch zu verschmerzen ist. Immerhin hat der Verbraucher die Wahl auf andere Anbieter auszuweichen, was bei der Vielzahl von Webshops sicher nicht schwer sein wird. Es geht nur um die Bequemlichkeit – ein Anbieter für alles ( Amazon Marktmacht ) die es zu überwinden gilt. Preislich gibt es zwischenzeitlich, ebenso wie bei Media Markt, ausreichend Wettbewerber, die hier in die Bresche springen.
Was Verdi in seiner Kampfeslust aber aus den Augen verliert, ist die Tatsache, das Amazon seine Vertriebs- und Logistikzentren schnell und relativ einfach ins benachbarte Ausland verlegen kann. Amazon ist ein Platzhirsch und kann aus Polen und Tschechien genauso schnell und problemlos nach Deutschland ausliefern. Dazu bedarf es keiner deutschen Verteilzentren. Wenn es dem Handelriesen zu dumm wird, kommt die Verlegung und damit der Verlust von hunderten, wenn nicht tausenden, Arbeitsplätzen.

Was bringt also der Streik bei Amazon?

Es sind nur zwei aktuelle Beispiele die beleuchtet werden, um aufzuzeigen, das alles seine zwei Seiten hat. Alles ist miteinander vernetzt und Lösungen findet man nicht durch Drohgebärden, sondern nur in einem gemeinschafltichen Miteinander.

Streik ist ein Auswuchs für Unzufriedenheit, erzeugt aber ebenfalls wieder Unzufriedenheit und ist demnach konterproduktiv.

Streikende sind unzufrieden, weil sie zu wenig Geld verdienen, zu lange arbeiten müssen etc.
„Be“-Streikte ( z.B. Pendler, Bahn-Reisende etc. ) sind unzufrieden, weil sie doppelte Zeit für den Arbeitsweg brauchen, stundenlang auf dem Bahnsteig herumstehen oder im Stau stehen, wenn wir beim Beispiel Bahn bleiben.

Beide Parteien befinden sich in Disharmonie und kommen nicht deshalb wieder in Harmonie weil einige wenige für ihre Belange / Wünsche streiken.
Eigentlich logisch, wenn die Dinge „harmonisch“ betrachtet werden.

Das Sagen haben in diesen Angelegenheiten, wie in vielen gleichartigen Situationen, nicht die harmonischen Denker, sondern die machtbesessen ICH-Denker ( Gewerkschaft Vorsitzende etc. )

Wie findet man nun eine Lösung, die für beide Seiten harmonisch ist?

Fortsetzung folgt…
Autor / Copyright: Günter Sippert
Der Artikel darf nur mit Copyright-Vermerk genutzt werden.

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Ist ein friedlicher Wandel möglich?

Die Welt ist mächtig aus dem Lot. Überall auf dem Erdball gibt es ein Ausmaß an Gewalt, Unterdrückung, Ausbeutung, Raubbau, Korruption und Niederträchtigkeit wie selten zuvor.
Die Regierungen und Konzerne auf der einen Seite und die Bevölkerung auf der anderen. Dazwischen ein Graben, der täglich größer wird.
Wie bringt man eine Regierung zum Einlenken? Mit Demonstrationen? Ob friedlich oder mit Gewaltbereitschaft- in keinem Fall hat es bisher Erfolg gebracht. Die Zeche der Gewalt zahlen die Bürger mit ihren Steuern.
Politiker sind wahrlich keine Menschen wie Du und ich, sondern selbstherrliche Egoisten, denen es nur um ihr eigenes Wohl geht und das auf Kosten der Bevölkerung.
Volksvertreter werden sie oftmals genannt, doch wo vertreten sie Volks-Interessen? Bei Steuererhöhungen, bei Einführung der Pkw Maut, bei überdrehter Zuwanderpolitik, bei Freihandelsabkommen wie Ceta und TTIP, bei Behördenwillkür oder bei Aushöhlung des Mittelstands?
Wer am Geldtopf sitzt und sich nach Belieben jederzeit bedienen kann, dem ist alles andere einfach egal. Politiker stehen nicht im täglichen Existenzkampf, sie verursachen ihn.
„Die Macht geht vom Volk aus“ ist ein Zitat das zwischenzeitlich in keinem Land der Erde mehr Bedeutung hat.
Viele Menschen haben sich in die ( Staats ) Abhängigkeit ( = Lethargie ) ergeben und nehmen es wie es kommt, OHNE den Wunsch nach Reorganisation des Systems.
Wenige Menschen gehen auf die Straße, bewaffnet mit einem Transparent, um friedlich ihren Unmut kundzutun. Dazwischen mischen sich dann die Krawallmacher, denen es vordringlich nur um die Schwächung der „Gut-Menschen“ ( Menschen, die etwas ändern wollen ) geht. Auf das unsere Politiker wieder neue Wege finden die freie Meinung zu unterbinden – sei es durch ein generelles Demonstrationsverbot oder dergleichen. Und das, obwohl jede Demo ohnehin angemeldet werden muss.
Meinungsfreiheit wird zu einem Luxus, den unsere Politiker nicht länger dulden werden.
Wie also ändere ich das System?
Konzerne können wir mit Hilfe unseres Geldbeutels schneller in die Knie zwingen, als manche glauben.
Ein Produkt zu boykottieren ist der einfachste und friedlichste Weg der Veränderung.
Da regen sich z.B. viele über die „Lügenpresse“ auf ( nicht nur in Deutschland ). Wie wäre es dann, wenn man diese Zeitungen aus dem Sortiment nimmt ( Anregung an den Handel ) oder die Zeitung im Regal stecken lässt ( Anregung an den Käufer ). Ja, es wäre so einfach, wenn es da nicht zwei Anker gäbe, an die sich jeder klammert. Der Handel will Umsatz machen um seine Kosten ( Miete, Löhne etc. ) bezahlen zu können, also bleiben die Zeitungen im Sortiment. Der Käufer will seine Bequemlichkeit behalten – z.B. beim Frühstück / im Zug etc. Zeitung lesen und alles übersichtlich präsentiert bekommen – also wird er weiterhin Zeitungen kaufen.
Die Möglichkeit eines friedlichen ( wirksamen ) Protestest ist damit ausgeschlossen.
Ebenso geht es bei allen anderen Produkten.
Es ist heute hinreichend bekannt, das Markenlabel der Modebranche in Billigländern produzieren lassen , ebenso wie Technikkonzerne und Handyhersteller. Zahlreiche Reportagen und Berichte haben über die Arbeitszustände in diesen Ländern aufgeklärt und die Ausbeutung der Arbeiter aufgezeigt.
Friedlicher Wandel geschieht durch Verzicht auf diese Produkte.
Ist die Marke auf einem Verkaufsartikel für uns wichtiger als der Nutzen? Ein Handy ist und bleibt ein Handy, unabhängig vom aufgedruckten Logo. Gleiches gilt für jedes andere Produkt. Für die meisten Konsumenten ist es aber wichtiger, wer das Produkt herstellen lässt. Sie zahlen horrende Summen für einen „Markennamen“ ungeachtet dessen, was ein Produkt bezogen auf seine Herstellungskosten überhaupt wert ist. Eine Jeans z.B., die für 1,50 Euro hergestellt wird, geht in Preisspannen zwischen 19,90 bis 190,– über den Ladentisch. Es gäbe eine Vielzahl weiterer Beispiele, die aufzeigen würden, wie wenig Verstand Käufer / Konsumenten beim Kauf zeigen.
Wer würde gerne für 0,50 Euro oder 1,00 Euro arbeiten? Wer würde gerne in kalten Fabrikhallen 14 – 16 Stunden täglich arbeiten? Wer würde gerne mit hochgiftigen Zusatzstoffen ohne Schutzkleidung arbeiten? Wer würde zusammen mit 10 – 15 Leuten in einem Zimmer als Arbeitssklave in einer Firmenwohnsiedlung leben?
Man kann es sich leisten, also was interessiert das Drumherum?
Friedlicher Wandel wäre möglich, wenn sich jeder einmal Gedanken darüber machen würde.
Nicht ganz so einfach gestaltet sich der Wandel in politischer Hinsicht. Glauben Sie?
Wenn Politiker hautnah spüren wie viel Abneigung gegen sie und ihre Arbeit besteht, dann werden auch sie umdenken ( müssen ).
Da ALLE Proteste in sicherer Entfernung stattfinden, wird sich kein Politiker veranlasst sehen, Handlungen und Denkansätze zu überdenken und zu ändern.
Friedlicher Wandel wäre möglich, wenn das Hilfsmittel „Demonstration / Protest“ zielgerichtet eingesetzt wird.
Wieso finden Demonstrationen nicht dort statt, wo es Sinn macht – vor den Häusern der Politiker. Es gäbe keinesfalls ausreichend Sicherheitskräfte um die Politiker in solchen Fällen abzuschirmen.
Macht es aus spiritueller Hinsicht aber überhaupt Sinn gegen etwas zu protestieren?
Der spirituell Erwachte – und übrigens auch jeder mündige Bürger – sollte für etwas ein und nicht dagegen. Nicht gegen den Krieg sein, sondern für Frieden. Nicht gegen Ausbeutung, sondern für faire Bezahlung/Behandlung.
Stellung beziehen für etwas, womit man sich identifiziert. Das ist Wandel.
Protest ist kontraproduktiv, weil sich dadurch keine Änderung ergibt. Es führt letztendlich nur zu verhärteten Fronten.
Wandel heißt aber auch, sich aus der Komfortzone heraus zu bewegen.
Ich bin für den Wandel und dafür habe ich diesen Blog gestartet.

Auto: Günter Sippert

Auf der Autobahn

Hatten Sie kürzlich auch den „Genuss“ einer Autobahn Fahrt?
All die großen und kleinen Autos, die Raser und Schleicher, die Sportflitzer und die LKWs.
Ist eine Autofahrt heute wirklich noch ein Genuss?

Wenn man mit beschaulicher Reisegeschwindigkeit von durchschnittlich 120 km unterwegs ist, bleibt Zeit für Beobachtungen.
Da sieht man die kleinen und großen Autos an sich vorbeifahren und mit Ihnen die Fahrer, die sich genau so benehmen wie ihre Gefährte.
Auf der linken Spur die Nobelkarrossen und Sportflitzer, immer am Limit, mit Bleifuß und Arroganz. Der gestresste, verärgerte Blick der Fahrer, der einen trifft, wenn sie vorbeiziehen. Mein ist die Straße, ich bin schneller als Du, also mach Platz.
Genau wie im Leben – die Oberklasse – abgehoben von der Realität. Es gibt nichts und niemanden außer sie und Schwächere (Langsamere) sind ein Hindernis für ihr Vorankommen.
Der Blick auf meinen Tacho zeigt 125 km, während ich den Landeanflug eines Falken auf ein Schild betrachte – rundes Schild mit rotem Rand und der Zahl 120. Doch daran stört sich niemand. Links zieht die Kolone an sportlichen Flitzern vorbei, während rechts auf guten 2 km kein Auto zu sehen ist.
Ignoranz gegenüber Werten und Schwächeren ist Tagesordnung. Ein friedliches Zusammenleben erfordert die Einhaltung von gewissen Richtlinien, die auch Schwächeren einen Platz in der Gesellschaft bietet. Doch hiervon ist auf der Autobahn nichts zu sehen.
Schilder, man mag sich in einigen Fällen mit Recht über Sinn und Unsinn der Aufstellung Gedanken machen, haben in vielen Fällen aber ihren Zweck. Denn eines können die Autofahrer auch heute noch nicht: vorausschauend fahren und sich partnerschaftlich verhalten. Das denkt sich jetzt sicher auch der ältere Herr der vor mir gerade versucht aus der Raststätte wieder auf die Autobahn zu fahren. Wäre dem so, müsste er nicht auf der Beschleunigungsspur bremsen, weil ihn niemand einfädeln lässt.
Das Leben auf der Überholspur ist rücksichtslos gegenüber anderen, die nicht Schritt halten können oder wollen. Niemanden gehört die Straße allein, sie ist ein Gemeinschaftsprodukt das alle nutzen.

Jetzt wird es spannend vor mir. Ein Lkw schert aus und gibt den Start zum Elefantenrennen frei, begleitet von einer roten Lichtflut und leicht quietschenden Reifen. Die Raser kommen fast zum Stillstand, als sie von 200 km auf 100 km herunter bremsen müssen. Rote Gesichter der Wut hinter dem Steuer. Gleichwertige versuchen sich hier gegenseitig abzuhängen. Beide am Limit der Geschwindigkeit auf gleicher Höhe. Es gibt kein Vorbeikommen, wenn nicht einer nachgibt. Und sie da, einer hat Verstand und tippt leicht auf die Bremse, damit der andere vorbeiziehen kann. Nicht der Überholer, sondern der Überholte. Gleich darauf ist der Verkehrsfluss wieder hergestellt, die Straße wieder frei und die Boliden schießen davon. Ein bis zwei Kilometer Gas bis zum Anschlag und dann das gleich Spiel.

Ja, ich gebe es zu, die Brummis können schon nerven. Vieles wird nun mal über die Straße transportiert, weil wir es gewohnt sind, alles jederzeit und überall zu bekommen. Wir können nicht warten, Waren müssen ständig verfügbar sein, sonst geht für uns die Welt unter. Da kommen die Blumen aus den Niederlanden, das Obst aus Österreich und Italien, die Drehbank aus dem Osten, die Container von den Seehäfen und vieles mehr. Und alles quält sich mehr oder weniger flüssig über die Autobahnen. Groß und klein nebeneinander. Die schnellen Pkws neben den langsamen LKWs. Da kocht sie eben immer wieder hoch, die Wut, über die permanente Geschwindigkeitsdrosselung auf der Strecke. Nicht die bunten Schilder sorgen dafür, eine lästige Materialvergeudung von Metall und Farbe, sondern die Brummies. Es sind einfach zu viele.
Gibt es dafür nicht auch eine Parallele in unserer Gesellschaft? Immer mehr – Menschen in finanzieller und gesundheitlicher Schieflage.

Das was die Raser auf der linken Seite ebenso wenig interessiert, wie die Raser ( Unternehmen, Konzerne, Behörden etc. ) im Leben. Firmen und Konzerne agieren auf der Überholspur – uns gehört alles – ohne Rücksicht auf Schwächere. Auch wenn die linke Fahrbahn die reinste Blechlawine ist und es nur im Schritt-Tempo vorwärts geht, so wechselt niemand freiwillig auf die linke ( langsamere ) Seite auch wenn dort alles frei ist und es hier ein gleichmäßiges Fortkommen gibt. Zwar nicht mit 200 km, dafür aber mit 120 km.

Füllen Sie sich jetzt angesprochen? Sind Sie auch mehr der Raser auf der linken Seite oder doch eher der Langsamer auf der linken Spur?

Würde sich jeder an die Richtlinien eines harmonischen Zusammenlebens halten – Schilder als Ausdruck einer gemeinsamen Richtlinie akzeptieren – wäre die Autobahnfahrt fast eine Erholung.

Sind wir Menschen dafür wirklich in der Lage? Ein M.. Geländewagen kommt hinter mir wie eine Rakete angeschossen, der Fahrer mit Handy am Ohr. Tolle Leistung bei knapp 180 km. Das beantwortet auch gleich die Frage. Ihr Veto – das war nur einer, und man kann von ihm nicht auf die Masse schließen – sei erlaubt.

Zwischenzeitlich drückt die Blase und ein WC wäre jetzt nicht schlecht. Gedacht und schon zu sehen.
Der Parkplatz ist fast leer, die wenigen Autos stehen fast direkt vor dem WC. Die beiden Behindertenparkplätze belegt. Eine sinnvolle Einrichtung für bedürftige Menschen. Und siehe da, wir Menschen sind doch so gebildet und zum Zusammenleben fähig. Ein 150 kg Mann wälzt wie eine Dampframme aus dem WC, die Tür knallt wuchtig gegen die Wand, während das menschliche Etwas auf den tiefer gelegten BMW zusteuert, der nur knapp 50 Meter entfernt auf dem Behindertenparkplatz steht. Ja, denke ich insgeheim, für diese Behinderung gibt es zwar keinen Ausweis, aber Bequemlichkeit muss sein. Jeder Meter mehr würde nur unsinnigerweise Pfunde verbrennen und Bewegung ist für ihn sicherlich schädlich. Aber noch bin ich guten Mutes, es ist halt nur wieder ein Einzelfall.

Dummerweise ist nur das WC der Dampframme zur Benutzung zugänglich. Ich denke kurz nach ob ich es wage, mein Blick auf die halb unterhalb des Gesäß hängenden Hose des fleischgewordenen Frauentraums, lässt mich zweifeln, doch letztendlich siegt der Druck auf der Blase.
Der Anblick des WC lässt mich zweifeln, ob es überhaupt Einzelfälle gibt. Was zur Allgemeinbenutzung gedacht ist und entsprechend behandelt werden sollte, ist ein Graus für Augen, Nase und Gesundheit. Hochachtung an alle Frauen, die es nicht ganz so leicht haben wie wir Männer.

Harmonisches Zusammenleben?! Wohl eher „schweinische“ Arroganz.
Sei nicht so hart, meldet sich eine Stimme in meinem Ohr. Okay, ist halt nur ein Einzelfall.

Auf dem Weg zurück zum Auto läuft mir der zweite „Behinderte“ über den Weg. Gekleidet in feinsten Stoff, flink wie ein Wiesel und mit Handy am Ohr. Auch hier erkenne ich die ( geistige ) Behinderung, die für das Parken auf einem behindertenparkplatz Rechtfertigung ist.
Aber auch hier sprechen wir doch nur von einem Einzelfall, oder?

Was dem älteren Herr vorhin beim Einscheren vom Rastplatz auf die Autobahn passiert ist, widerfährt mir jetzt auch. Keine Lücke, kein Reinkommen, also erst mal auf die Bremse und warten bis es frei wird. Einzelfall? Bin ich schon zu pessimistisch? Noch liegen 30 Kilometer vor mir. Sollte schnell geschafft sein.

Ein Drängler hier, ein Elefantenrennen da, eine Lichthupe dort, ein beinah Stoßstangen-Kuss weiter und ein gemütlicher Blick nach links zur Blechlawine während vor mir alles frei ist.
So langsam glaube ich nicht mehr an Einzelfälle. 60 Minuten Fahrtzeit haben mir gezeigt, wozu die Menschen wirklich nicht in der Lage sind – zum harmonischen Zusammenleben.

Halten Sie mich für weltfremd, wenn ich das geschilderte Verhalten der Autofahrer auf unsere Gesellschaft umlege. Ich finde diesen Spiegel vielschichtig und aussagekräftig.

Autor: Günter Sippert

Auf ein Wort – Teil 1

Wenn man die esoterische Szene mal unvoreingenommen verfolgt, besonders in den letzten Monaten, stellt man unweigerlich fest, dass hier fast ausschließlich Trittbrettfahrer und Miesmacher am Werke sind.
Ständig wird immer nur darüber berichtet, wie schlecht doch alles ist und wie nahe man am Krieg stehen würde.
Stellt sich hier doch die berichtigte Frage an die Herren und Damen Verfasser, ob sie sich jemals mit kosmischen Gesetzen beschäftigt haben.
Bei den kosmischen Gesetzen wird erklärt, wie alles um uns herum funktioniert, also auch Gedanken und geistige Ausprägungen.
Wer immer nur über das schlechte berichtet zieht eines mit Sicherheit an – das Schlechte. Und wen wundert es dann, dass alles um uns herum nur schlecht ist? Wird doch soviele Energie darauf verschwendet – richtig gelesen „Energie wird verschwendet“ – den Menschen das Übel der Welt so richtig schmackhaft zu machen.
Unglaubwürdig wird auch dadurch verstärkt, dass die VerfasserInnen nur immer Missstände anprangern – Kriegsgefahr, NWO, Chemtrails etc.- anstatt irgendwo endlich einmal Lösungen zu präsentieren.
Ach ja, die Schlafschafe ( unsinnige Wortschöpfung für Menschen, denen alles am Arsch vorbei geht ) wissen mit Lösungen ohnehin nichts anzufangen, warum also etwas präsentieren? Gute Ausrede liebe Schreiberlinge, Blog- und Websitebetreiber. Erst mal an die eigene Nase fassen, bevor man gegen andere zu Gericht zieht.
Wo sind die Vorschläge und Lösungen, um die Welt besser und lebenswerter zu machen? Und die wichtigste Frage überhaupt, wer soll sie umsetzen?
Die Teilnahmslosen, die mit dem Handy durch die Welt laufen, als gäbe es nichts um sie herum ( = 90 % der Bevölkerung in den Wirtschaftsländern )? Oder die Dauerbedröhnten, die mit Ohrstöpseln und Kopfhörer nur auf Ihre mp3 Daten programmiert sind? Die Miesmacher, die alles kritisieren und überall nur Verschwörung und Volksverdummung wittern?

Der Blick auf unsere Gesellschaft, wenn man sich mal die Mühe macht, ist leider wirklich nicht erfreulich.
In Zeiten von Facebook, sozialen Netzwerken und dergleichen gibt es eines mit Sicherheit nicht mehr – Anstand. Das zeigt sich schon an den vielen Kommentaren auf Videos, Berichte etc., wo es vorderdrlinglich nur darum geht, andere zu beleidigen und in Misskredit zu bringen.
Wo bitte bleibt die Meinungsfreiheit? Richtig – auf der Strecke.
Und sind wir doch mal ehrlich: Braucht alles und jeder ständig eine Bewertung, die man in die (virtuelle ) Welt hinaus posaunt? Alles einen „Like –It“ oder „Pin-it“ Klick?
Mit dieser Denk- und Handlungsweise produzieren wir nur Datenmüll, negative Energie und Rückschritt.
Fairer Austausch ist das Schlüsselwort. Die Meinung Anderer zu akzeptieren, schließlich möchte auch jeder selbst seine Meinung akzeptiert wissen. Gehen wir doch mal mit gutem Beispiel voran und erlauben uns und anderen Meinungsfreiheit. Man muss nicht immer gleicher Meinung sein, aber es sollte auch Annäherung geben.
Menschen und Meinungen sind so verschieden, wie Kulturen und Religionen. Nichts ist schlechter oder besser, denn alles und jeder hat seine Bedeutung. Das ist Dualität.
Hell und Dunkel; Gut und Böse, Yin und Yang, Voll und Leer. Es liegt im Auge des Betrachters.

Um auf die Anfangsfrage zurück zu kommen – wo werden Lösungen präsentiert – der Appell an die schreibende Zunft auf Blogs, Websites und Printmedien:
Die Welt ändert sich nur durch uns, durch unsere Handeln, Denken und Fühlen. Wir sind der Schlüssel für Frieden. Jeder einzelne von uns.
Springen Sie noch einmal ein paar Absätze in diesem Bericht zurück – kosmische Gesetze.
Jeder einzelne Gedanken, und wir produzieren pro Tag millionen davon, ist pure Energie. Sollten wir dann nicht endlich anfangen, wenn dem nun so ist und das ist sogar zwischenzeitlich wissenschaftlich bewiesen, anfangen Gedankenhygiene zu betreiben?
Wir haben da noch unser Handy Problem, das es zu lösen gilt. Der Lösungsansatz ( lesen und geistig wirken lassen, sofern noch möglich):
Das Handy ist eine technische Errungenschaft, die uns unterstützen sollte, nicht versklaven. Wie in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens gibt es dort mannigfaltige technische Unterstützer, die uns das Leben erleichtern. Es liegt an jedem einzelnen, wie viel Priorität ich den einzelnen Helfern einräume. Das Verhältnis zu einem Bügeleisen ist sicher anders wie zu einer Spielekonsole oder einem Handy. Wer sieht in einem Bügeleiesen einen Ersatz für die eigene Sozialkomponente? Sicher niemand. Wie sieht es mit dem Handy aus? Richtig – das Handy hat zwischenzeitlich mehr Priorität als reale Menschen. Es wird nur gechattet, natürlich im Kurzbriefing-Stil, so dass man gar nicht mehr in der Lage ist ein richtiges und längeres (Live) Gespräch zu führen. Schließlich haben wir auf Facebook unsere Freunde und nicht mehr im wahren Leben. Wer hat denn schon zwischen 10 bis 1.000 reelle Freunde?

Ja, hier stehen wir bereits vor unserer ersten Hürde – Schlafschafe.

Fortsetzung folgt…

Autor: Günter Sippert