Nach Erdbeben in Nepal: Zahl der Toten steigt auf über 6.200

Nach dem schweren Erdbeben in Nepal ist die Zahl der Todesopfer auf über 6.200 gestiegen. Tausende weitere Menschen wurden verletzt, wie die örtliche Polizei mitteilte. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als acht Millionen Menschen in der Region von den Auswirkungen betroffen. Bei dem schweren Erdbeben wurden über 130.000 Häuser zerstört und 85.000 weitere beschädigt. Die Welternährungsorganisation (FAO) hat zudem vor einer Lebensmittelknappheit gewarnt. Rund 3,5 Millionen Menschen in Nepal bräuchten dringend Nahrungsmittelhilfen, teilte die Organisation am Donnerstag mit. Besonders die Landwirtschaft sei von dem Beben und seinen Auswirkungen schwer getroffen worden. Die bevorstehende Reisaussaat müsse dringend vorbereitet werden, sonst drohten weitreichende Ernteausfälle. Das Beben der Stärke 7,8 hatte sich am vergangenen Samstag etwa 80 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Kathmandu ereignet. In der Folge gab es mehrere, teils heftige Nachbeben.

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Erdbeben in Nepal: 3 Meter in 30 Sekunden – Wachsender Küstenstreifen in Japan

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Ein Felspaket, achtmal so groß wie Berlin, hat das Beben von Nepal ausgelöst. Es hatte die Wucht eines 150 Meter dicken Meteoriten – und verschob ganze Ortschaften / Neu entstandener Küstenabschnitt einer Region der Insel Hokkaido entdeckt.

Nach Angaben von Ministerpräsident Sushil Koirala könnten beim jüngsten Erdbeben in Nepal 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Regierung habe angeordnet, dass die Rettungsarbeiten intensiviert würden, sagte der Regierungschef am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sein Land benötige jetzt Hilfe von außen – vor allem Zelte und Medikamente. Die Zahl der Toten ist nach jüngsten amtlichen Angaben auf 4349 gestiegen. Mehr als 7000 Menschen wurden verletzt.

Drei Tage nach dem katastrophalen Erdbeben in Nepal haben Geoforscher die Daten Hunderter Erdbebensensoren analysiert – sie zeigen, warum der Ruck so verheerend war. Am Samstag um 11.56 Uhr Ortszeit brach das Gestein nur elf Kilometer unter der Erde, 80 Kilometer nordwestlich von Kathmandu, mit der Wucht des Aufpralls eines etwa 150 Meter dicken Meteoriten.

Ein mächtiges Felspaket, von der Ausdehnung her achtmal so groß wie Berlin, ruckte in 30 Sekunden drei Meter voran. Es ratterte nahezu flach über das Gestein unter ihm, verkantete immer wieder, sodass der Boden mehr als tausend Kilometer weit zitterte und im Umkreis von 300 Kilometern so schwer erschüttert wurde, dass Tausende Gebäude einstürzten. Der Untergrund schlitterte nach Süden – Kathmandu und angrenzende Ortschaften liegen nun drei Meter südlicher als vor dem Beben.

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Mehr als 500 Jahre lang hatte sich die Spannung im Untergrund aufgebaut. Der letzte starke Schlag entlang der Erdbebennaht, die Samstag gebebt hat, entlud sich wohl im Jahr 1505. Ursache der Gewalten ist der Zusammenstoß zweier Tausende Kilometer breiter Kontinentalplatten unter dem Himalaya: Die Indisch-Australische Platte schiebt sich etwa einen Millimeter pro Woche in den Eurasischen Kontinent.

Wachsender Küstenstreifen: Erneut Landzuwachs für Japan

Japan ist erneut ein Stück größer geworden: In einer abgelegenen Region der Insel Hokkaido hat sich ein 300 Meter langer und 40 Meter breiter Abschnitt Meeresboden über den Wasserspiegel erhoben und an die Küste angedockt. An einigen Stellen sei der neue Landstrich zehn Meter hoch, berichteten Wissenschafter am Montag.

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Er gehe nach erstem Augenschein davon aus, dass ein durch Schnee und Eis verursachter Erdrutsch in der Nähe der Stadt Rausu das Phänomen ausgelöst habe, sagte der örtliche Geologe Yoshinori Yajuma der Tageszeitung “Hokkaido Shimbun”, nachdem er am Montag den neuen Landzuwachs überflogen hatte. Die Bewohner hatten zunächst ein schweres Erdbeben befürchtet.

Die Behörden rechnen nicht damit, dass der neue Küstenstreifen weiter wachsen wird – im Gegensatz zu einer erst vor rund eineinhalb Jahren entstandenen Vulkaninsel. Im Februar war die in der Ogasawara-Inselgruppe etwa 1.000 Kilometer südöstlich der japanischen Hauptinsel Honshu gelegene Insel bereits auf eine Fläche von 2,46 Quadratkilometern angewachsen.

Literatur:

Die Erde hat ein Leck: Und andere rätselhafte Phänomene unseres Planeten von Axel Bojanowski

Vulkane von Marc Szeglat

Video: https://youtu.be/05pT7SfKdVY

Quellen: PRAVDA TV/SPON/derstandard.at vom 27.04.2015

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Was Nepal verliert – Zerstörte Kulturschätze nach Erdbeben

  • Das Erdbeben von Nepal ist eine Katastrophe auf allen Ebenen: Während wohl Tausende Tote zu beklagen sind, werden auch die Schäden an Kulturschätzen deutlich, die teils zum Unesco-Welterbe zählen.
  • Die Denkmäler waren kulturell wie wirtschaftlich von unschätzbarem Wert.
  • Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt und stark vom Tourismus abhängig – die Zerstörungen könnten so auch langfristig schlimme Folgen für die Überlebenden haben.

Nepals unersetzliches Kulturerbe in Trümmern

Es ist ein vielfältiger Schmerz, den die Menschen in Nepal am ersten Tag nach der Erdbebenkatastrophe aushalten müssen. Die Trauer um die Toten, die Angst vor Nachbeben, die Furcht um diejenigen, von denen es noch keine Nachricht gibt – und das Wissen, dass ein Teil der eigenen Geschichte in Trümmern liegt. Wenn es Reichtum gibt in dem bitterarmen Land im Himalaya, dann ist er vor allem kultureller Art. Sieben Denkmalkomplexe allein im Tal von Kathmandu zählt die Unesco zum Weltkulturerbe. Doch tektonische Verschiebungen sind gnadenlos und lassen solche Schätze ebenso einstürzen wie alles um sie herum. Es habe offenbar große Schäden an „Nepals unersetzlichem Kulturerbe“ gegeben, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Über viele Jahrhunderte schufen Hindus und Buddhisten in Nepal Tempelanlagen und Paläste, die Kunsthistorikern heute als einmalig gelten. An ihnen lässt sich ablesen, wie sich die Religionen und Kulturen im Land beeinflussten und vermischten. Vor allem aus der Zeit der Königreiche der Malla-Dynastie vom 12. bis 18. Jahrhundert sind Gebäude erhalten. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um sie, Traditionen werden bis heute am Leben gehalten.

Eingestürzte Pagoden und Türme

Noch am 14. April wurde in Bhaktapur das Sindur Jatra Festival gefeiert.

(Foto: AP)

Jahrhundertelang war Bhaktapur, „die Stadt der Frommen“, etwa 15 Kilometer östlich von Kathmandu, die Hauptstadt des Malla-Reiches. Sie gilt als Stadt der Künste, bekannt für ihre Pagoden und Holzschnitzereien. Noch Mitte April feierten hier Einheimische und Touristen mit dem Sindur Jatra Festival ausgelassen das neue Jahr und bestäubten sich gegenseitig mit leuchtend rotem Puder. Erste Bilder nach dem Beben zeigen von dort nun schlimme Zerstörung.

Bhaktapur am Tag nach dem Beben.

(Foto: AP)

In Kathmandu stürzte unter anderem der neunstöckige Dharahara-Turm in sich zusammen und begrub Dutzende Menschen unter sich. Der Turm war im frühen 19. Jahrhundert ursprünglich als Wachturm errichtet worden und in den vergangenen Jahren als Aussichtspunkt für Touristen beliebt.

Besonders geschichtsträchtige Orte konzentrieren sich in der Hauptstadt um den Durbar-Platz, der Hanuman-Dhoka-Palast ist einer der berühmtesten. Seit dem 16. Jahrhundert war er immer wieder erweitert worden – Könige lebten hier mit ihren Familien, bis sie 1886 ein neues Domizil wählten. Auch vom Hanuman-Dhoka-Palast werden nun große Schäden berichtet.

Der Tempel der Kumari ist offenbar teilweise zerstört. Hier verehren Gläubige die Kumari, ein Mädchen, in dem sie die Inkarnation der hinduistischen Göttin Taleju sehen. Auch vom Maju Dewal Tempel, erbaut im späten 17. Jahrhundert, ist nur noch ein Trümmerhaufen übrig.

 

Auch der Tempelkomplex Swayambhunat im Westen von Kathmandu soll stark beschädigt sein, hier habe allerdings immerhin die Stupa, ein turmförmiger Bau, der Buddha darstellt und auf den symbolisch dessen Augen gemalt sind, die Erschütterung überstanden. Auf dem Durbar Platz von Patan (auch Lalitpur genannt) im Süden Kathmandus steht dagegen ersten Bildern nach kaum noch etwas von den kunstvoll verzierten Pagoden und Tempeln. Die Unesco bemüht sich derzeit um einen umfassenden Überblick und versucht unter anderem herauszufinden, wie es um die Weltkulturerbestätte Lumbini rund 280 Kilometer westlich von Kathmandu steht, die als Geburtsort Buddhas gilt.

„Ein irreparabler Verlust für Nepal und den Rest der Welt“

Nach Angaben des World Travel & Tourism Council aus dem vergangenen Jahr schafft der Tourismus direkt und indirekt Arbeit für weit mehr als eine Million Menschen im Land, zuletzt mit deutlich steigender Tendenz. Das ist enorm wichtig, da die Arbeitslosigkeit insgesamt extrem hoch ist und andere Wirtschaftszweige große Schwierigkeiten haben. Tourismus-Verantwortliche hatten in den vergangenen Jahren verstärkt versucht, nicht nur Bergtouristen, sondern auch Kulturinteressierte auf Nepal aufmerksam zu machen – besonders aus wohlhabenderen asiatischen Staaten wie China und Indien.

Mit einer Stärke von 7,8 ist das Erdbeben die stärkste Erschütterung in Nepal seit 80 Jahren. Mehr als 3200 Tote zählen die Behörden. Starke Regenfälle und drohende Nachbeben erschweren die Situation für Überlebende und Hilfsaktionen.

Im Moment geht es in Nepal ums reine Überleben, Nachbeben bedrohen Rettungsarbeiten, Hilfe in die entlegenen Gebiete zu bringen, ist kompliziert. Die Lage der Bergsteiger und Sherpas auf dem Mount Everest etwa scheint dramatisch. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Verwüstung der Kulturschätze das Land auch längerfristig schwer treffen wird, das gerade durch sie bis zu diesem Wochenende auf eine bessere Zukunft hoffte.

Das bislang schwerste Beben in Nepal fügte 1934 ebenfalls vielen Denkmälern schwere Schäden zu – doch sie konnten schließlich wieder so instand gesetzt werden, dass die Unesco sie als Welterbe anerkannte. Was diesmal zu retten ist, ist weniger als 24 Stunden nach der Katastrophe kaum zu sagen. Der Experte P.D. Balaji von der indischen Universität Madras äußerte Zweifel, dass die Gebäude jemals wieder vollständig aufgebaut werden könnten: „Es ist ein irreparabler Verlust für Nepal und den Rest der Welt.“ Die Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa kündigte in einem Statement derweil an, ihre Organisation werde Nepal beim Wiederaufbau der Kulturschätze helfen.

Erdbeben in Nepal So können Sie helfen

Mehr als 3200 Menschen sind bei dem Erdbeben in Nepal ums Leben gekommen. Die Versorgung der Bevölkerung ist schwierig, die Rettungsarbeiten laufen erst an. Hilfsorganisationen rufen zu Spenden auf.

Autor: Irene Helmes

Quelle: http://www.sueddeutsche.de

Erdbeben in Nepal

Bei dem Erdbeben, das am Samstag Teile von Nepal und Indien erschütterte, sind nach offiziellen Angaben allein in Nepals Hauptstadt Kathmandu mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das nepalesische Innenministerium mit. Das Beben ereignete sich am Samstagmittag (etwa 08:10 Uhr deutscher Zeit). Die Stärke wird von der US-Erdbebenwarte mit 7,9 auf der Magnituden-Skala angegeben. Den offiziellen Angaben zufolge wurden zahlreiche Menschen verletzt, viele Gebäude seien eingestürzt. Außerdem seien Straßen nicht befahrbar. Das Epizentrum lag rund 80 Kilometer nordwestlich von Kathmandu in circa zehn Kilometer Tiefe.

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