Die Medien, das sind wir!

Die etablierten Medien und der Journalismus sind in der Krise. Partikularinteressen und Korruption verhindern in zu vielen Fällen eine freie Berichterstattung und notwendige Herrschaftskritik. Die Lösung liegt in dem Auf- und Ausbau dezentraler Informationskanäle in Bürgerhand. Das Internet bietet uns hierzu nie dagewesene Möglichkeiten. Ein Aufruf zum Aktivwerden.

Information führt zu Wahrnehmung, Wahrnehmung führt zu Handeln, das aufsummierte Handeln ist unsere soziale Realität. Über die vergangenen Jahrtausende – bis heute – üben Partikularinteressen über die Medien Einfluss auf die soziale Ordnung aus. Stets war die Informationsverbreitung eng verbunden mit religiöser, staatlicher oder wirtschaftlicher Herrschaft.

Aktuell ist es vor allem ein eng verknüpftes Netz von Konzernmedien, das Entscheidungen stützt, verhindert, beeinflusst oder herbeiführt. Hinzu kommt die Macht des Agenda Settings, die große Medien ausüben. So legen diese vor allem auch fest, über welche Themen gesamtgesellschaftlich überhaupt gesprochen wird. Gleich einer unsichtbaren Matrix wird ein Rahmen festgelegt in dem wir uns geistig bewegen und aus dem wir nur schwerlich ausbrechen können. Auch als kritischer Nutzer oder Verweigerer der Massenmedien sind wir von diesem Agenda Setting betroffen. Denn wenn unsere unmittelbare Umgebung dergestalt beeinflusst wird, hat dies auch Rückwirkungen auf uns selbst.

Die digitale Revolution menschlicher Kommunikation eröffnet uns erstmals in unserer Geschichte die Möglichkeit, diese ideellen Fesseln zu zerschlagen. Das Internet, als dezentrales, freies Netz ist der Raum in dem wir uns vollends entfalten können und in dem wir – wenn wir bewusst handeln – die Struktur medialer Informationsverbreitung nachhaltig ändern können. Seit vielen Jahren arbeiten engagierte Menschen überall auf der Welt daran, uns Technologien zur Verfügung zu stellen, die diesen wichtigen Schritt nun ermöglichen. An erster Stelle seien hier Blogs genannt. Blogs geben jedem von uns die Möglichkeit selbst zu publizieren, also selbst Teil des Mediennetzes zu sein. Im Verbund, sprich in der Vernetzung, können wir uns gegenseitig informieren und sind fortan nicht mehr oder immer weniger auf die Information großer Konzern- und Staatsmedien angewiesen.

Auch können wir künftig mitentscheiden welche Themen uns am Herzen liegen, welche Probleme wir am dringlichsten lösen wollen und wie dies geschehen soll. Wir müssen nicht tagelang über banale Personalfragen reden, wenn es eigentlich wichtigere Dinge zu besprechen gibt. So gilt: Die Informationsverbreitung zu dezentralisieren heißt die Gesellschaft zu demokratisieren.

Blogs dienen auch als Archive umfassender Debatten, deren Teilnehmer im Verbund stets mehr Wissen zusammentragen als jeder Einzelne dies alleine tun könnte. Blogartikel und -diskussionen sind jederzeit für jeden einsehbar, verlinkbar, verbreitbar, vernetzbar. Blogs sind neben Wikis das ideale Werkzeug um den Wissensschatz, den die Menschheit über Jahrtausende angesammelt hat, strukturiert aufzubereiten und transparent für alle zugänglich zu machen.

Nun gibt es auch viele Skeptiker des Internets. Das Internet ermöglicht die totale Kontrolle heißt es immer wieder und soziale Netzwerke dienen letztendlich nur dem Zweck uns auszuspionieren, uns zu rastern und uns so zu immer effizienteren Kunden nutzloser Produkte zu machen. All dies ist nicht immer von der Hand zu weisen. Doch liegt es an uns, ob wir Dienste wie Facebook und Twitter nutzen um in einer persönlichen Lebens-Chronik jeden Kaffee den wir trinken einzutragen oder ob wir soziale Netzwerke als das verstehen was sie eigentlich sind: Dezentral verästelte Verbindungskanäle zwischen uns allen. Wir können diese Netzwerke nutzen um gesellschaftlich relevante Information auszutauschen und zu verbreiten. Zur Aufbereitung und Archivierung von Wissen taugen Netzwerke wie Facebook jedoch nicht.

Das Internet als solches ist unser Raum und als diesen sollten wir ihn auch begreifen. Wir sollten nicht den Fehler machen, den wir vor einigen Jahrzehnten im politischen System gemacht haben: Andere haben dort vielleicht verächtliche Pläne verfolgt, wollten und wollen Wissen und Macht monopolisieren, also wendeten wir uns ab. Dies darf jedoch nicht die Schlussfolgerung sein, die wir für die Zukunft ziehen. Die Schlussfolgerung muss lauten: Besetzen wir das Netz, füllen wir es mit unseren Ideen! Begreifen wir es als die demokratischste und freieste Struktur, die jemals in der Menschheitsgeschichte geschaffen wurde und verteidigen wir es gegen jede Art der Zensur, gegen jede Art der Monopolisierung und gegen jede Art der Privatisierung. Unzählige Online-Aktivisten auf der ganzen Welt führen seit Jahren diesen Kampf, damit wir alle auch weiterhin das Netz zum freien Informationsaustausch nutzen können.

Wir alle haben in unserem Leben eine Menge gelernt. Vieles von dem sollten wir weitergeben und teilen. Wer denken kann, kann auch schreiben.

Die Zukunft wird in der Gegenwart geschrieben und sie ist nur dann demokratisch und gerecht wenn alle mitschreiben. Hört auf euch gegenseitig für das Verbreiten von Information anzugreifen. Herrschaft und Macht beruhen immer auf der Zurückhaltung und Kanalisierung von Information – nicht auf der freien Verbreitung eben dieser. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe das dezentrale Netz kleiner Medien weiter auszubauen und zu nutzen. Jeder Einzelne kann hierzu etwas beitragen und sollte dies auch tun. Denn Wissen ist Macht, und wir sozialisieren die Macht indem wir das Wissen sozialisieren.

Quelle: de.sott.net

Bürgerpflicht: Digitale Selbstverteidigung

Eigentlich wiederstrebt es mir, gebetsmühlenartig den immer gleichen Grundtenor als Wiederkäuer zu beackern, allerdings sehe ich mich als Teil der “digitalen Verteidigungslinie”. Die Zeiten wo unmündige Bürger sich mit der Vogelstrausspolitik oder der embrionalen Schonhaltung aus der Verantwortung stehlen konnten sind offenkundig vorbei. Auch die Schutzbehauptung all die Dinge wären “Verschwörungstheorien wurden brutal von der Realität widerlegt. Die Menschen müssen endlich beginnen sich mit der “digitalen Selbstverteidigung” zu beschäftigen, da auch jener Teil der Bevölkerung der sich all dem zu entziehen versucht, unweigerlich mit in den Abgrund gerissen wird.


Lethargie und mangelnde Empathie könnte man eigentlich als Problematik jener betrachten, die es persönlich betrifft. Leider ist das mit den heutigen Entwicklungen nicht mehr korrekt. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle nur ein exemplarisches Beispiel liefern, um meine Aussage zu verdeutlichen. Nach dem “Attentat von Denver” titelten unzählige Tageszeitungen unter folgendem Wortlaut:

Nach dem Attentat von Denver: Machen sich Facebook-Verweigerer verdächtig?
Der Attentäter war nicht bei Facebook aktiv. Forscher glauben, dass Online-Abstinenz auf Störungen hindeuten kann. In US-Personalabteilungen wird man sogar misstrauisch, wenn Jobbewerber in Sozialen Netzwerken nichts von sich preisgeben wollen.[1]

Andere gingen gar so weit, Verweigerer der “sozialen Medien” als Soziopathen – zumindest aber als Soziophob abzustempeln. War dort ein Widerstand aus der Bevölkerung wahrzunehmen? Nein, im Gegenteil! Ein großer Teil der Menschen mit völlig verödeten Synapsen gab der Presse sogar recht. Wer sich derart abschottet, muss ja schließlich was zu verbergen haben.

An dieser Stelle möchte ich kurz einen aktuellen “Unfall” der Spitzelei zitieren. Einfach um Ihnen zu zeigen, dass Sie sehr wohl betroffen sind:

Fehler in Android-App: Whatsapp schneidet Telefongespräche mit
Herforth schreibt, bei Android-Smartphones zeichne Whatsapp in der Version 2.15.45 über die Software geführte VoIP-Gespräche mit. Der Blogger belegt dies anhand von Screenshots seines Dateimanagers, wo die Mitschnitte in drei Dateien (.wav.gz) aufgesplittet im internen Speicher im Ordner WhatsApp/Media/WhatsApp Calls liegen. Sie sind nicht verschlüsselt und können laut Herforth wie Zip-Dateien problemlos entpackt werden.

Offenbar handelt es sich dabei um einen Fehler und um kein gewolltes Feature im Sinne einer Backup-Funktion.[2]

Fällt Ihnen etwas auf? Alleine hier wird eine schamlose Volksverdummung der Superlative betrieben. Entweder war es ein “Fehler” oder ein “Feauture”, aber keinesfalls etwas bösartiges. Lassen Sie sich von jemandem mit einem “gewissen technischen Verständnis” sagen, eine solche Funktion kann nicht “versehentlich” auftreten. Das muss im vollen Bewusstsein Programmiert werden. Möglicherweise war es ein Fehler, dass diese Datei unverschlüsselt und sichtbar auf dem Telefon gespeichert wurde und nicht im Verborgenen. Sie werden in einem Umfang überwacht und bespitzelt, der Sie bei entsprechendem Bewusstsein um den Schlaf bringen würde!

Bevor ich weiter fortfahre, möchte ich Aristoteles zitieren und diese Weisheit ist bereits sehr alt:

„Was es alles gibt, das ich nicht brauche!“„Was es alles gibt, das ich nicht brauche!“

Zu recht könnten Sie mich nun fragen, warum ich mich überhaupt beschwere. Immerhin habe ich selber einen Facebookaccount und auch einen Twitteraccount. Die Erklärung liefere ich gerne. Da ich in nicht unerheblichem Maße in der Öffentlichkeit stehe, dürfte mir auch ein höherer Teil an Aufmerksamkeit von bestimmten Stellen zu Teil werden. Ob ich nun bei Facebook meine Ablehnung gegen die krankhafte und ausufernde Überwachung und Kontrolle poste, oder auf meiner Webseite für alle frei zugänglich im Internet, dürfte da keine Rolle mehr spielen. Ich habe mich damals bewusst dazu entschlossen mit meinem Namen und damit nachvollziehbar für die Freiheit und Demokratie einzustehen. In meinen Augen ist es auf diese Weise erheblich vertrauenswürdiger und wenn niemand mehr bereit ist ein Risiko zu tragen, wäre der Kampf bereits aussichtslos verloren.

Die Menschen merken nicht einmal mehr, wie sukzessive das System beginnt die Menschen an Unmündigkeit und Kontrolle zu gewöhnen. Glauben Sie wirklich, dass Verbote von Glühbirnen, leistungsstarken Staubsaugern oder anderer Unsinn dazu dienen die Umwelt zu schonen? Kann man soviel Blödsinn ob der Giftigkeit von Quecksilber und der Kompaktleuchtstofflampen tatsächlich noch glauben? Nein, man entwöhnt die Menschen immer mehr davon Eigenverantwortung zu tragen und gewöhnt sie daran sich an die obligatorischen Vorgaben der Politik zu halten.

Die Bürger dürfen ohne eine entsprechende Plakette nicht mehr in die Innenstädte fahren, obwohl bewiesener maßen und auch aus logischer Sicht der Erfolg völliger Nonsens ist. Natürlich hält sich der Feinstaub nicht an die “Grenzen” und fliegt hin wo es ihm beliebt. Aber der Bürger wurde ein weiteres Mal abrichtet, der Staatsmacht hörig zu sein und gleichzeitig ein unterschwelliges Konjunkturprogramm zu unterstützen.

Warum die Hacker der Welt sich mit Unternehmen wie Sony abrackern und nicht an einer wirksamen Verteidigung des Datenschutzes arbeiten, erschließt sich mir nicht einmal im Ansatz. Warum die Menschen sich nicht gegen die Überwachung und Kontrolle wehren, wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Warum nutzen Sie nicht die gegebenen Alternativen, warum kümmern Sie sich nicht um verschlüsselte Kommunikation? Es ist Faulheit und Ignoranz. Leider werden auch Menschen wie ich irgendwann ein Opfer dieser Un-Tugenden und damit machen sich alle mitschuldig, die dem Treiben TATENLOS zusehen. Es reicht eben nicht, nur ein wenig bei Facebook zu motzen und zu teilen, das ist ZU WENIG!

Schreddern Sie ihre Paybackkarte, nutzen Sie nicht die “Features” und “Gadgets” der Dienste. Helfen Sie dabei Alternativen zu schaffen und verteidigen Sie endlich die kümmerlichen Reste Ihrer Freiheit. Sie befinden sich längst im Krieg, ob Sie nun wollen oder nicht. Wegsehen ist keine Alternative!

Carpe diem

Quelle: http://www.iknews.de

Asyl-Chaos: Eine Lösung interessiert nicht

Die westliche Außen- und Wirtschaftspolitik zum einen, seine indifferente Sozial- und Asyl- bzw. Einwanderungspolitik zum anderen, sind neben den politischen und gesellschaftlichen Eliten der Entwicklungsländer die Hauptgründe für die immer stärker anschwellenden Flüchtlingsströme.

Von Dagmar Metzger und Steffen Schäfer, Liberale Vereinigung

Das Mittelmeer, einstmals die Badewanne Europas, ist seit Jahren ein Todesmeer. Hin und wieder rückt dies kurz in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Zumeist wenn der Blutzoll besonders hoch ist. So wie vergangene Woche, als mehr als 700 Menschen jämmerlich ertranken. Die bisher größte Tragödie dieser Art – jedoch nicht die erste und sicherlich nicht die letzte. Das menschliche Unglück und die sich dort zeigende unendliche Not machen viele sprachlos und wütend. Sprachloser und wütender allerdings macht der bis ins Mark zynische Umgang mit den seit Jahren stattfindenden Ereignissen.
Da wird tiefe Empörung geheuchelt und stärkste Betroffenheit, der x-te Kongress wird einberufen und natürlich wird insbesondere von den Berufsbetroffenen des links-grün- roten Spektrums gefordert, „mehr“ zu tun. In der Regel impliziert dies, man müsse die Türen hoch und die Tore weit machen. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums hingegen heißt es: „Die Schotten dicht!“ und insgeheim würde wohl so mancher die Flüchtlingsboote am liebsten torpedieren lassen. Anstatt weiter diesen abstoßenden Betroffenheitsritualen zu folgen oder sich in den weltfremden Träumereien einer Mulitkulti-Welt, in der sich alles und jeder reibungslos integrieren kann, zu verlieren oder eine menschenverachtenden Gesinnung anzunehmen, ist es höchste Zeit die alles entscheidende Frage ehrlich zu beantworten: „Warum flüchten die Menschen aus ihren Heimatländern?“
Die Menschen fliehen, weil sie einem der stärksten menschlichen Antriebe folgen. Die US-Verfassung kennt diesen als den „pursuit of happiness“, also dem Streben nach Glück. Die Protagonisten des Märchens von den Bremer Stadtmusikanten formulierten es profaner: „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“. Die Menschen suchen ein besseres Leben. Oftmals erschöpft sich dieses für sie schon darin, nicht von Bomben zerfetzt zu werden, nicht aufgrund der eigenen Religionszugehörigkeit vergewaltigt und/oder ermordet zu werden oder abends wenigstens den größten Hunger gestillt zu haben. Damit aber gelangen wir zum Kern: Warum können die Menschen ihren Traum eines besseren Lebens nicht in ihrer Heimat verwirklichen?
In allererster Linie hierfür verantwortlich sind die Herrschenden in den betreffenden Ländern. Sie sind es, die ihren Bürgern systematisch eine positive Zukunftsperspektive verbauen. Weder in Afrika, noch im nahen, mittleren oder fernen Osten sind die Machthaber und Potentaten bereit, rechtsstaatliche und freiheitliche Regeln zu implementieren. Sie verhindern die Entwicklung von auf solchen Regeln basierenden Institutionen. Sie missachten Menschen- und Bürgerrechte, insbesondere das für Wohlstandszuwächse so essenzielle Recht auf und an Eigentum. Stattdessen betrachten sie den Staat als ihre Privatveranstaltung und bereichern sich hemmungslos an ihm. Darüber hinaus fördern sie zwecks Machterhaltung die Korruption und verhindern gezielt das Entstehen einer echten Zivilgesellschaft, indem sie in den jeweils betreffenden Staaten lebende Ethnien (und Religionen) gegeneinander ausspielen.
Diese aber als in erster Linie oder als hierfür Verantwortliche zu benennen, bedeutet keineswegs, der Westen habe nicht zur Perspektivlosigkeit der Heimatländer der Flüchtlinge beigetragen. Im Gegenteil! Die westliche Außen- und Wirtschaftspolitik zum einen, seine indifferente Sozial- und Asyl- bzw. Einwanderungspolitik zum anderen, sind neben den politischen und gesellschaftlichen Eliten der Entwicklungsländer die Hauptgründe für die immer stärker anschwellenden Flüchtlingsströme.
Die Subventionsregime der USA und der EU ruinieren die lokale Wirtschaft der Entwicklungsländer. Der einzige Sektor, in dem die dritte Welt relativ wettbewerbsfähig wäre – die Landwirtschaft – kann „dank“ der massiven direkten und indirekten Steuerfinanzierung der Saatgut- und Agrarproduzenten in der ersten Welt mit diesen nicht konkurrieren oder sich ihrem Monopol entziehen. Dazu kommen die ungleichen Freihandelsabkommen. Echter Freihandel ist unbestritten eines der wichtigsten Mittel gegen Armut. Nur leider sind die meisten heutigen bi- oder multilateral geschlossenen Abkommen dieser Art eben keine echten Freihandelsabkommen.
Was im Falle von TTIP hunderttausende Menschen auf die Straße bringt, interessiert im Falle von Afrika niemanden. Dabei sind die Konsequenzen dieser mit den afrikanischen Staaten geschlossenen Abkommen für diese oftmals viel dramatischer. Offiziell sollen sie zwar den gegenseitigen Handel befördern, tatsächlich aber sind durch zahlreiche Vorschriften seitens der entwickelten Staaten die Markteintrittsbarrieren für die potentielle Konkurrenz aus den Entwicklungsländern so hoch gesetzt, dass de facto selbiger nahezu verunmöglicht wird. Zeitgleich werden die Heimatmärkte der dritten Welt durch die Produktion des Westens überschwemmt. Was an Märkten übrig bleibt wird dann oft genug durch gutgemeinte, aber verheerend wirkende Hilfsbereitschaft zerstört. Man denke nur an die Textilindustrie, welche weitestgehend durch die Kleiderspenden aus Mitteleuropa ruiniert wurde. Welcher Textilproduzent kann schon preislich mit einem Bekleidungsstück konkurrieren, das es geschenkt gibt?
Neben diesem wirtschaftlichen Aspekt hat erst die westliche Interventionspolitik die Flüchtlingsströme dramatisch anschwellen lassen. Der Bürgerkrieg in Syrien wäre vermutlich niemals ausgebrochen, in jedem Falle aber niemals so eskaliert und auch schon längst zugunsten Assads entschieden, hätten die USA, die Türkei, Großbritannien und weitere Nato-Länder sowie die US-Verbündeten Saudi-Arabien und Katar die Rebellen nicht durch massive Finanz- und Militärhilfen aufgebaut, gefördert und gestärkt.
In Libyen, dem wichtigsten Ausgangsland für die Flüchtlingsboote, wurde eine stabile Ordnung unter Gaddafi zerstört und das höchstentwickelte Land Afrikas in die Steinzeit zurückgebombt. Nun herrscht Al-Quaida in Tripolis. Das Land, welches einst gerade in der Flüchtlingsfrage mit der EU kooperiert hatte und so die Flüchtlingsströme zumindest teilweise eindämmte, ist selbst zu einem Ort geworden, welchem die Menschen entfliehen.
Im Irak sorgte das Konzept des „regime change“ statt für Freiheit und Wohlstand für wenigstens eine halbe Million Tote, ein Ende der funktionierenden gesellschaftlichen Strukturen, zahllose Flüchtlinge sowie jenes Machtvakuum, in welches die Terroristen des IS stoßen konnten. Von den übrigen zahllosen Bürgerkriegen und ethnischen Konflikten, die alleine mit Waffen und Geld aus den USA und der EU am Leben gehalten werden, wollen wir gar nicht reden.
Dazu kommen dann noch jene Anreize, die durch die undifferenzierten Einwanderungs- und Sozialsysteme der EU-Staaten entstehen, sowie das offensichtliche Unvermögen und eventuell sogar der Unwille, Recht und Gesetz auch gegenüber Flüchtlingen durchzusetzen.
Wenn sich der Staat wie im Fall der berühmt geworden Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin, die beileibe kein Einzelfall ist, von Flüchtlingen erpressen lässt, wenn Hilfsorganisationen und auch kirchliche Einrichtungen Menschen, denen kein Bleiberecht erteilt wurde, vor der Abschiebung bewahren und es ebenso personal- wie finanzstarke Lobbyorganisationen gibt, die sich mit nichts anderem beschäftigen als Flüchtlingen, die eigentlich nach Recht und Gesetz niemals in Deutschland oder anderen EU-Ländern eine Aufenthaltsgenehmigung erhielten, besagten Aufenthalt eben doch dauerhaft zu ermöglichen oder ihn zumindest auszudehnen, entsteht sehr schnell der Eindruck, es sei doch irgendwie möglich, „die Festung Europa“ zu stürmen, wenn man nur dreist genug auftritt. Dieser Umstand aber verweist eigentlich nur auf das dahinter stehende, viel größere Problem: Es gibt kein echtes Einwanderungsgesetz innerhalb der EU-Länder. Ja, es gibt bei den allermeisten von diesen nicht einmal ein Bewusstsein dafür, Einwanderungsland zu sein.
Dies wiederum aber hat zur Folge, dass Einwanderung auch nicht gesteuert werden kann. Was in allen Einwanderungsländern von Kanada bis Neuseeland eine Selbstverständlichkeit ist, nämlich eine offensive und transparente Kommunikation der Kriterien, mit welchen man sich für die Einwanderung qualifiziert, fehlt vollständig. Stattdessen ist das Bleiberecht eben oft genug völlig willkürlich und mit langen, intransparenten Prozeduren und Entscheidungsprozessen verknüpft. So entsteht die einerseits nicht ganze falsche aber eben für beide Seiten höchstgefährliche Illusion, man müsse es nur irgendwie nach Europa schaffen – alles Weitere ließe sich dann schon irgendwie regeln.
Der häufig vorgebrachte Einwand, ein solches Einwanderungsrecht würde den „brain drain“ aus den jeweiligen Ländern beschleunigen und ihre Entwicklung erst recht verhindern, mag zunächst einleuchtend klingen. Er entpuppt sich bei näherer Betrachtung aber als falsch. Richtig ist vielmehr ist das Gegenteil. Erfolgreiche Einwanderung hat langfristig betrachtet enorme, positive Effekte auf die jeweiligen Herkunftsländer. Erstens transferieren erfolgreich in die Gesellschaft eingegliederte Einwanderer einen Teil ihrer Einkünfte zur Unterstützung der Verwandten in die alte Heimat. So verbessern sie die dortigen Lebensbedingungen. Auf lange Sicht ungleich wichtiger aber ist der Export von freiheitlichen und rechtsstaatlichen Ideen und Ansprüchen, der mit erfolgreicher(!) Immigration einhergeht. Dieser Export schafft die Basis für eine positive gesellschaftliche Veränderung in den Auswanderungsländern.
Erfolgreich aber kann Einwanderung nur sein, wenn es tatsächlich begründete Aussicht darauf gibt, dass sich der Einwanderer in die neue Heimatgesellschaft eingliedert – was in erster Linie bedeutet, dass er sich selbst ernähren und versorgen kann sowie die Gesetzeslage respektiert. Wer auf staatliche Sozialtransfers angewiesen ist oder sogar bereits bei seiner Einwanderung auf diese spekuliert, wird weder die neue Heimat bereichern noch der alten helfen. Richtig gesteuerte Einwanderung kann hingegen den Flüchtlingsströmen entgegenwirken. Ein gutes Einwanderungsgesetz würde zahllose Leben retten – insbesondere dann, wenn es in den Herkunftsländern der potentiellen Einwanderer klar kommuniziert würde und es vor Ort für die Auswanderungswilligen die Möglichkeit gäbe, sich um Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse zu bemühen und sie ebenso schnell wie transparent das Ergebnis ihrer Bemühungen mitgeteilt bekämen.
Dass alles dies in der öffentlichen Diskussion kaum adressiert, geschweige denn von den Verantwortlichen in Brüssel, Berlin, Madrid, Paris oder Rom angegangen wird, hat einen ebenso einfachen wie bitteren Grund: Einwanderung ist ein Politikum. Hiermit lassen sich Wählerstimmen generieren, Ängste der Bevölkerung steuern und mediale Aufmerksamkeit erlangen. Zudem stellen „illegale“ Einwanderer ein „ideales“ Ziel dar, auf welchen der Volkszorn gegebenenfalls umgelenkt werden kann. Eine EU-weite Einwanderungsgesetzgebung wäre zwar aufgrund der Schengenregelung eines der ganz wenigen Themen, für welches tatsächlich auf EU-Ebene ein gemeinsames Konzept entwickelt werden muss, aber die politischen Entscheider in der EU haben aus den oben genannten Gründen keinerlei Interesse daran.
Das ist die eigentliche Botschaft der sich seit Jahren ereignenden Katastrophe im Mittelmeer und sie ist bitter – für die Bürger der EU, die ein wohlverstandenes Eigeninteresse an erfolgreicher Einwanderung haben (sollten) und ungleich bitterer für jene Menschen, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft ihr Leben riskieren.

Quelle: http://www.mmnews.de

Bundestrojaner im Herbst einsatzbereit

Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, hat angekündigt, dass eine von seiner Behörde entwickelte Software zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung, der sogenannte Bundestrojaner, im Herbst einsatzbereit sein soll. „Wir entwickeln ein Instrument, mit dem wir – nach richterlicher Genehmigung – an den Computer des mutmaßlichen Täters gehen, bevor er seine Kommunikation verschlüsselt“, sagte Münch dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Laut Münch nutzen Täter häufig Techniken zur Verschleierung ihrer Identität oder Verschlüsselung der Kommunikation. Das BKA wolle auch in diesem Bereich verstärkt forschen und entsprechende Dienstleistungen den Ländern gegebenenfalls gegen Entgelt zur Verfügung stellen. Im Bereich sogenannter Massendelikte sieht Münch Banden am Werk, „zunehmend auch organisierte Strukturen, die gibt es bei Wohnungseinbrüchen ebenso wie bei Ladendiebstählen, wo gezielt hochwertige Güter gestohlen werden. Viele der Täter sind in verschiedenen Bundesländern aktiv, das sind dann häufig Strukturen der organisierten Kriminalität oder zumindest solche, die ähnlich aufgebaut sind“. Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger sei in den vergangenen fünf Jahren bei diesen Delikten um 40 Prozent gestiegen. Allein könnten die Polizeibehörden der Länder dagegen nicht erfolgreich sein. Das BKA wolle sie deshalb unterstützen, indem es Daten sammele, auswerte und Ermittlungen koordiniere.

Quelle: http://www.mmnews.de

Aber sowas von knapp!

Manchmal muß man doch den Kopf schütteln, wenn sich die „Qualitätsmedien“ mal wieder nach Kräften blamieren. Da hat die News-Webseite von Telekom einen Artikel veröffentlicht. Überschrift: „Umfrage: Knappe Mehrheit der Deutschen sieht Islam nicht als Teil Deutschlands„. Zitiert wird eine Forsa-Umfrage im Auftrag des „Stern“ zu dem Thema. Bei dem Artikel ist links ein Feld mit einer eigenen Umfrage von Telekom – genau zu diesem Thema. Hier kann der Leser selbst abstimmen. Das Ergebnis dieser Umfrage ist sensationell und wird sicher schnell aus dem Netz verschwinden.

Bisher haben bis 12:10 Uhr 28.696 Leser abgestimmt. Man kann nun wirklich nicht behaupten, daß die News-Seite von Telekom ein Tummelplatz für Rechtsradikale und Islamophobe ist. Wahrscheinlich sind die Besucher dieser Seite ein guter Querschnitt durch die deutsche Bevölkerung. Und sehr wahrscheinlich haben auch entsprechend ihrem nicht kleinen Bevölkerungsanteil Muslime, die den Artikel aufgerufen haben mit abgestimmt.
Und so sieht die Abstimmung auf der Telekomseite aus:

Die Umfrage, die der Artikel zitiert und berichtet, hat das Institut „Forsa“ für die Zeitschrift „Stern“ durchgeführt. Schaut man bei dem entsprechenden „Stern“-Artikel im Netz nach, so erfährt man nichts darüber, wie die Fragen gestellt worden sind, wie der Wortlaut hieß, wieviele Antwortmöglichkeiten es gab und wie diese gewichtet wurden.

Aber es steht darunter:

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte am 30. und 31. Juli 2014 im Auftrag des Magazins stern 1001 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Man vergleiche die Zahlen: Die Forsa-Umfrage für Stern befragte genau 1001 Bundesbürger. Die Abstimmung auf der Telekom-Seite erfaßt (bisher) 28.696 Bürger. Die Frage, was hier repräsentativer ist, erübrigt sich wohl. Daß die Umfrage selbst nicht veröffentlicht wird, macht mißtrauisch. Es hängt oft sehr viel davon ab, wie die Fragen gestellt werden, wieviele Abstufungen es gibt, und welche Fragen dann unter „Ablehnung“ oder „Zustimmung“ eingeordnet werden.

Um mal ein fiktives Beispiel zu nennen: Würde man die Frage stellen „Sind Sie der Meinung, daß Muslime, die hier in Deutschland leben, das Recht haben, ihre Religion frei auszuüben?“, wird jeder vernünftiger Mensch mit „ja“ antworten. Wird das dann als Zustimmung zu der These „Der Islam gehört zu Deutschland“ gewertet, kommt man natürlich schnell auf die Prozentzahlen, die man aus politischen Gründen gern haben möchte.

Kurz und bündig: Die Ergebnisse der Forsa Umfrage sind angesichts des wesentlich breiter aufegstellten Praxistests bei dem Telekom-Artikel mit ganz klaren Fragen anzuzweifeln. Man bekommt den Eindruck, daß bei Forsa „gewünschte Ergebnisse“ erzielt wurden.

Quelle: quer-denken.tv

EU genehmigt Import genmanipulierter Pflanzen

Das Politbüro in Brüssel folgt wieder einmal den Vorgaben der Lobbyisten und setzt sich über nationale Verbote hinweg: Die EU-Kommission genehmigt den Import genetisch veränderter Organismen (GVO). Diese können in den nächsten zehn Jahren für Lebensmittel und Tierfutter verwendet werden. Auch zwei neue Nelkensorten sind dabei.

Die Europäische Kommission hat den Import von neuen genetisch veränderten Nutzpflanzen zugelassen. Insgesamt sei die Einfuhr von zehn Sorten Mais, Sojabohnen, Baumwolle und Rapsschoten genehmigt worden, teilte die Kommission am Freitag mit. Da Gensoja oder Genmais aber umstritten sind, hat die Kommission ihren Mitgliedsstaaten erst vor zwei Tagen nationale Einfuhrverbote vorgeschlagen.

Die nun zugelassenen genetisch veränderten Organismen (GVO) können in den nächsten zehn Jahren für Lebensmittel und Tierfutter verwendet werden. In der Praxis werden GVO-Importe, die von Monsanto, BASF und Bayer CropScience angeboten werden, aber vor allem in der Tiermast eingesetzt. Die Kommission verlängerte auch die Zulassung für sieben bereits genehmigte GVO-Pflanzen um weitere zehn Jahre. Hiervon profitieren neben Bayer auch Dupont und Dow AgroSciences. Auch zwei neue Nelkensorten von Suntory Holdings dürfen neu eingeführt werden.

Die Bundesregierung lehnt den GVO-Anbau ab und ist derzeit dabei, ein nationales Verbot auszuarbeiten. Die In Deutschland werden bereits in großem Umfang GVO für Futter importiert. Kritiker fürchten Risiken für Umwelt und Gesundheit. Die Befürworter verweisen dagegen auf höhere Erträge durch die gentechnisch erzeugten Eigenschaften wie Resistenzen gegen Schädlinge und Unkrautvernichtungsmittel.

Quelle: http://www.mmnews.de

Telekom baut Sperre ein: Freiheit des Internets geht zu Ende

Die Deutsche Telekom schafft als erstes Unternehmen die „Flatrate“ ab. Mit automatischen Sperren werden Programme gestoppt, die nicht von der Telekom sind. Vodafone & Co. werden dem Beispiel folgen. Die meisten unabhängigen Websites werden damit extrem langsam. Der Staat wird dann mit einem kleinen Oligopol das Internet in Deutschland beherrschen. Genießen Sie die letzten Monate der Freiheit im Internet.

Die beliebte „Flatrate“ ist bald Geschichte: Künftig werden die Kunden massiv mehr für die Internet-Nutzung bezahlen müssen. Die Deutsche Telekom wird künftig automatische Sperren bei zu viel Daten-Volumen – etwa bei Video-Streaming – einbauen. Die Telekom wird eigene Inhalte produzieren und diese werden schneller laden. Damit gibt es neben der GEZ spätestens ab 2016 einen Anbieter von staatlich kontrollierten Informations-Websites.
Die anderen Konzerne werden dem Beispiel der Telekom gewiss folgen. Auch sie werden die Sperren einbauen und ihre eigenen Inhalte bevorzugen. Wir erleben eine neue Ära der Kommerz-Inhalte wie Telekom-TV und ähnlichen schönen Dingen.
Wir nähern uns einer Zeit ganz neuer Medien-Formate.

Die Telekom-Tagesschau.
Die Vodafone-Sportschau.
Der E-Plus-Jauch.
Der 02-Presseclub.
Die Zeit des Internet als Plattform für freie und unabhängige Medien geht damit zu Ende. Unter dem sperrigen Begriff der sogenannten „Bandbreiten-Drossel“ wird die Deutsche Telekom zum 1. Mai keine der bisher bekannten Flatrates mehr anbieten. Wenn ein gewisses Datenvolumen überschritten ist, etwa durch zu viel Video-Streaming, dann sperrt („drosselt“) die Telekom die Bandbreite für den Nutzer. Ausnahme: Er nutzt gerade – Bingo! – Telekom-Dienste.
Zunächst wird sich die Telekom nur das Recht sichern, solche Sperren einzusetzen, behauptet das Unternehmen. Erst 2016 werde man „technisch“ in der Lage dazu sein.
Bei Kabel Deutschland gibt es eine solche Blockade jetzt schon im Kleingedruckten. Sie ist allerdings noch nicht aktiviert. Das Unternehmen sagte jedoch, dass man sich bei „nicht absehbarem Kundeverhalten“ eine Sperre vorbehalte.
Vodafone will eine solche Maßnahme vorerst nicht treffen, sondern wartet ab. Gelingt der Telekom der Durchbruch, wird sich auch der Konkurrent nicht lange bitten lassen, erwartet die IT-Website Golem.

Mit dieser Entwicklung wird sich die Internet-Nutzung dramatisch ändern. Faktisch wird das
Internet auf die Horror-Geschwindigkeiten der neunziger Jahre zurückgeschraubt, befürchtet Markus Beckedahl vom Verein Digitale Gesellschaft.
In der Praxis wird es so aussehen: Wenn man Telekom-Kunde ist, kann man unbegrenzt jene Programme ansehen, die die Deutsche Telekom produziert. Schon jetzt hat die Deutsche Telekom viele Programm-Inhalte, eine Zeit lang versuchte sie sich als Sportanbieter. Einer der Vorstands-Chefs der Telekom, der Ex-Deutsche Banker Thomas Holtrup, wollte vor zehn Jahren schon die Telekom zu einem großen Medienhaus entwickeln. Medien, wie sie die Telekom anbietet, kennen keinerlei Trennung von Journalismus und PR. Die Telekom muss daher, damit die Kunden einen guten Eindruck von ihrem Programm haben, noch zulegen – etwa in gesellschaftlich wichtigen Bereichen wie „Promis, Stars, Sport, Lifestye“. Daher braucht das Unternehmen bis 2016.
Der Gedanke ist klar: Wenn der Telekom-Kunde Inhalte von anderen Anbietern ansieht, wird nach einer gewissen Menge an Datenvolumen die Geschwindigkeit der Internet-Seiten, die man gerade besucht, dramatisch langsamer. Er wird daher über die Schnelligkeit der Seiten gezwungen, auf den Telekom-Programmen zu bleiben.
Die offizielle Argumentation: Die Telekom will nicht allein die Kosten für den Netzausbau tragen. Vor allem aber will sie Kunden von anderen Medien im Internet abziehen. Zuallererst geht diese Strategie gegen YouTube und Google. Denn die Amerikaner sind aus der Sicht der Telekom Schmarotzer, die die Netze zwar nutzen, aber nichts für deren Erhalt zahlen.
Aber natürlich wird eine automatische Sperre auch für alle anderen Nicht-Telekom-Seiten gravierende Folgen haben. Denn die Telekom ist technisch und wirtschaftlich in der Lage, allen Inhalten den Saft abzudrehen, die nicht von ihr produziert und gesendet werden. Gemeinsam mit der staatlichenKfW-Bankengruppe hält die Bundesrepublik 32 Prozent an der Telekom. Daher wird es, wenn es nach dem Willen der Telekom geht, künftig neben dem GEZ-Apparat der öffentlich-rechtlichen Sender, der 8 Milliarden Euro jährlich an Zwangsgebühren kassiert, im Internet einen zweiten Anbieter geben, bei dem ohne den Staat nichts läuft.
Ähnlich wie bei TV und Rundfunk werden die Konkurrenten durchaus ein paar Brosamen bekommen: Ohne die geringsten Ansprache – das wäre ja ein Kartell, und so etwas bilden die hochanständigen Telekoms nicht – werden auch die anderen Anbieter nachziehen. Sie werden dann Programme anbieten, die denen von SAT1 und RTL ähnlich sind.
Der hochverschuldete deutsche Staat wird gegen die Errichtung eines zweiten Staats-Medien-Betriebs nichts unternehmen, weil er als Anteilseigner in hohem Maße davon profitiert, wenn die Kunden signifikant höhere Gebühren zahlen müssen. Und diejenigen, die weniger zahlen, weil sie sich nur noch das Telekom-TV leisten können, werden wenigstens unter staatlicher Aufsicht bespielte Websites konsumieren – was für die Regierung auch ein Wert an sich ist.
Schon heute ist wegen des Preisverfalls mit den Internet-Zugängen kein großes Geschäft mehr zu machen. Die großen Anbieter werden daher einen knallharten Verdrängungs-Prozess starten.
Natürlich werden sich auch Telekom-kritische Seiten nicht zu wundern haben, wenn sie plötzlich unerträglich langsam werden. Das hat natürlich nicht das Geringste mit kritischen Meldungen über die Telekom zu tun – sondern mit „der Verkehrsentwicklung im Internet“, wie Heise die Telekom zitiert.
Faktisch leitet diese Entwicklung das Ende des Internet als freies, unabhängiges Trägermedium für viele kleine Anbieter ein. Die Idee der „Netzneutralität“ – dass also alle Websites unabhängig von ihrem Inhalt gleich schnell abrufbar sind – ist Geschichte.
Das Internet wird zum Spiegelbild dessen, was wir im Fernseh-Bereich kennen: Ein riesiger staatlicher Moloch, und ein paar Feigenblätter – für andere Konzerne.
Die Folgen für viele Informations-Medien, die im Zuge der Wild-West-Zeit des Internets entstanden sind, sind absehbar: Diese Websites werden verschwinden.
Die Weichen für die Zukunft des Internets sind gestellt.
Sie laufen in dieselbe Richtung, in die der alte Staat bereits läuft.
Wir müssen uns auf eine gigantische Kommerz- und Manipulationswelle einstellen.
Der Un-Geist der GEZ schickt sich an, das Internet in Besitz zu nehmen.
Es ist ein Putsch, bei dem die Vielfalt zerstört und die alten Machtpositionen von Staat und Staatsbetrieben neu errichtet werden.
Eben genau die schöne, neue Medienwelt, die wir uns schon immer wünschen mussten.

Der Earth Day bzw. Tag der Erde

Der Earth Day bzw. Tag der Erde findet seit 1970 jedes Jahr am 22. April statt und soll als weltweiter Aktionstag das Bewusstsein für Umweltschutz und einen nachhaltigen Konsum stärken. In mehr als 192 Ländern gibt es zu diesem Anlass jährlich Veranstaltungen und Aktionen – so auch im Netz.

Große Aufmerksamkeit erlangt passend zum Anlass das Video „Sorry“ des US-amerikanischen Künstlers Prince Ea, das auf Facebook innerhalb kurzer Zeit über 25 Millionen Views sammeln konnte. In dem Clip entschuldigt sich der 26-Jährige bei zukünftigen Generationen für Umweltverschmutzung und die Ausbeutung des Planeten – und ruft zum Handeln auf.