Hinweise deuten: Bargeldlose Zukunft?

Während der deutsche Bürger dem Bargeld einen sehr hohen Stellenwert beimisst, würden Notenbanken dieses Leidige und einzig wirklich gesetzliche Zahlungsmittel am liebsten verbieten. Europaweit laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren, wenn auch völlig aus dem Kontext zitiert. Ob nun die Geldwäsche oder der Terror als Erklärung herhalten müssen, am Ende geht es nur darum ein völlig korruptes System am Leben zu erhalten und die Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen. Ein wichtiges Indiz könnte in diesem Zusammenhang die “Umstrukturierung” der Deutschen Bank sein. Wie es scheint, will man sich vom “Privatkundengeschäft” trennen und das ist ein gewagter Schritt.


Mancher mag sich noch an die Zeit vor der Finanzkrise erinnern, wo auch die Banken alle die “lästigen Privatkunden” loswerden oder in Onlinefillialen abschieben wollten. Als dann kurzerhand der Interbankenmarkt einfror und Liquidität schwer zu beschaffen war, wurde diese Fehlentscheidung für etliche Banken zu einer ernsthaften Bedrohung. Man konnte den steigenden Zinsen auf Tagesgeld nur noch staunend hinterher blicken, 4 – 5 Prozent waren keine Seltenheit sondern an der Tagesordnung. Bis zur massiven Intervention der Notenbanken, die begannen den Geldmarkt mit zinslosen Krediten förmlich zu ertränken.

Die Deutsche Bank gehört zu den größten und mächtigsten Banken der Welt. Als 2008 damit begonnen wurde die Mehrheit an der Postbank zu erlangen, galt es noch als Geniestreich. Dazu aus einem Artikel des Stern (2008):

Es ist vor allem die große Kundenzahl, die die Postbank für die Deutsche Bank attraktiv macht. Mit mindestens 14,4 Millionen ist das Bonner Kreditinstitut die größte Privatkundenbank in Deutschland. Davon haben rund fünf Millionen mehr als drei Postbankprodukte, wie beispielsweise ein Girokonto oder einen Riester-Vertrag. Außerdem seien die Kunden der Postbank sehr vermögend, sagt der Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Baden-Württemberg.[1]

An dieser Stelle sollte man sich also fragen, warum will die Deutsche Bank eine Cash-Cow loswerden? Ein sehr wichtiger Punkt wären in der Tat langfristig niedrige oder gar negative Einlagezinsen. Damit würde sich die Postbank zu einer Kostenfalle entwickeln. Das die Deutsche Bank gut informiert sein dürfte, liegt auf der Hand. Als globales systemrelevantes Finanzinstitut werden dort alle wichtigen Entwicklungen auf dem Radar erscheinen.

Damit wären wir wieder beim eigentlichen Thema, einem drohendem Bargeldverbot. Das wäre eine notwendige Grundlage, um flächendeckend negative Zinsen einführen zu können und dem maroden System eine weitere Verschnaufpause zu gönnen. Die Kunden wären gezwungen sich mit den Alternativen zu beschäftigen, so absurd diese auch eigentlich sind. Das Geld stumpf auf dem Konto zu parken, würde auf jeden Fall zu einer schleichenden Enteignung führen. Wie sehr das Bargeld die Menschen mit Freiheit segnet, werden die meisten erst dann begreifen wenn sie es nicht mehr besitzen. Auf einmal würde Geld zu einer “Immobilie” werden, entsprechende Kapitalverkehrskontrollen würden obligatorisch eine Flucht verhindern. Nicht nur Zypern war hier ein gutes Beispiel.

Große Medien haben schon vor einer Weile begonnen die Menschen auf das bargeldlose Zahlen einzuschwören, mit Artikeln wie “ZAHLUNGSVERKEHR – Bargeld und EC-Karte verschwinden im Jahr 2018“. Was vor etwa einem Jahr noch als Fiktion angemutet hat, bahnt sich mehr und mehr den Weg in die Realität. Fast unbemerkt wurden die Grenzen für Bargeldzahlungen in der EU immer weiter gesenkt. Das hierbei völlig aus dem Sinn zitiert wird, scheint niemanden zu stören. Egal bei welchem Text man schaut, zurückgeführt wird es immer wieder auf “Unionsrecht, Erwägungsgrund 19 der Verordnung(EG) Nr 974/98 des Rates vom 3. Mai 1998 über die Einführung des Euro“. So heißt es beispielsweise bei der Bargeldbeschränkung für Griechenland:

2.3 Limitations on payments in cash
2.3.1 With regard to restrictions on payments in cash under Union law, recital 19 of Council Regulation (EC) No 974/98 of 3 May 1998 on the introduction of the euro states that ‘limitations on payments in notes and coins, established by Member States for public reasons, are not incompatible with the status of legal tender of euro banknotes and coins, provided that other lawful means for the
settlement of monetary debts are available’. The third sentence of Article 11 of Regulation (EC) No 974/98 states: ‘Except for the issuing authority and for those persons specifically designated by the national legislation of the issuing Member State, no party shall be obliged to accept more than 50 coins in any single payment’.[2]

Auch im Fall von Bulgarien wird Bezug genommen auf den Erwägungsgrund 19 der Verordnung No 974/98 vom 3. Mai 1998. Bei diesen beiden Beispielen möchte ich es nun belassen, wer möchte kann sich in all den anderen Fällen auch ansehen wo die “Grundlage” für die Bargeldobergrenzen abgeleitet wurde. Was aber steht denn nun in der Verordnung? Hier ein Zitat aus dem Dokument:

(19) Banknoten und Münzen in nationaler Währungseinheit verlieren spätestens sechs Monate nach Ende der Übergangszeit die Eigenschaft eines
gesetzlichen Zahlungsmittels. Von den Mitgliedstaaten aus Gründen der öffentlichen Ordnung eingeführte Begrenzungen für Zahlungen in Banknoten
und Münzen sind mit der den Euro-Banknoten und Euro-Münzen zukommenden Eigenschaft eines gesetzlichen Zahlungsmittels nicht unvereinbar, sofern andere rechtliche Mittel für die Begleichung von Geldschulden bestehen.[3]

Moment mal, da geht es doch um die Umstellung der nationalen Währungen auf den Euro, wie kann man das als Grundlage für Beschränkungen des Bargeldverkehrs an den Haaren herbeiziehen? So funktioniert die Finanzdikatur nunmal. Wie sagte schon Juncker 1999: “Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”

Es scheint völlig egal zu sein, wie hier eine Verordnung aus dem Kontext gerissen wird, solange alle schweigen wird einfach weiter gemacht. Solange bis Bargeld komplett verschwunden sein wird und die Fälscher den Menschen ihre Bits und Bytes aufgezwungen haben.

Carpe diem

[1] http://www.stern.de/familie/bankenfusion-darum-ist-die-postbank-so-attraktiv-638687.html
[2] http://www.ecb.europa.eu/ecb/legal/pdf/en_con_2010_36_rev.pdf
[3] https://www.nbb.be/doc/ts/eurosystem/art11d.pdf

Quelle: http://www.iknews.de

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