Streik – Das leidige Thema

Sind Streiks sinnvoll? Eine Frage, die sicher mannigfaltige Antworten erhält.
Da gibt es zum einen die Streiks der Deutschen Bahn, die immer wieder alles lahmlegen.
Millionen von Pendlern, die ohnehin schon einen langen und stressigen Weg zur Arbeit haben, sind hier immer wieder die Leittragenden. Es erfordert nicht nur zusätzliche Zeit, die auf Kosten der Freizeit geht, sondern auch Nerven, weil die Bahn bei solchen Ereignissen schlichtweg überfordert ist.

Worum geht es bei diesen Bahn Streiks eigentlich?
Die GDL fordert wieder einmal mehr Geld ( die Rede ist von 5 % ) für Ihre Klientel, sowie weniger Arbeitszeit ( die Rede ist von einer Stunde weniger pro Woche ).
Viele andere Arbeitnehmer wünschen sich das ebenfalls, haben aber nicht die Macht einer GDL, um das durchzudrücken.
Und wie immer werden solche Vorhaben auf Kosten der Verbraucher umgesetzt. Die Herren der GDL Führung scheinen zu vergessen, dass die Kosten für mehr Lohn und Arbeitszeitkürzung auf die Bahnreisenden umgesetzt wird und zwar 1:1. Sprich die Tickets werden wieder einmal teuer.

Was bringt dieser ( GDL / Bahn ) Streik für die Masse? Korrekt – zusätzliche Kosten für viele, während eine Minderheit mehr Lohn und weniger Arbeitszeit bekommt.

Nicht unbedingt gerecht, oder?

Während man bei Streiks der Lufthansa dank einer Vielzahl Anbieter ( Fluglinien) noch die Möglichkeit hat auf ein Konkurrenzunternehmen auszuweichen, hat man bei Bahn Streiks nicht unbedingt diese Alternative. Die wenigen Drittanbieter neben der DB können die Millionen Reisenden die hier bei einem Streik betroffen sind nicht mal ansatzweise auffangen.
Die Streiks von Bahn und Lufthansa haben die Unternehmen bereits Millionen Beträge gekostet. Die Bahn spricht aktuell von bis zu 600 Millionen Euro.

Was glauben Sie verehrte Streikende wer diese Zeche zahlt?

Doch hier geht es mehr um das eigene Ego und die eigenen Vorteile, die befriedigt werden sollen. Schließlich handelt es sich in diesem Fall ausschließlich um ICH-Menschen ohne Bezug zur Gemeinschaft.
Da übt die GDL Druck auf die Deutsche Bahn aus, um ihre Forderungen durchzusetzen.
Wer übt einmal Druck auf die GDL aus – Schadensersatzklage wegen Verlust von Freizeit aufgrund stundenlanger Wartezeit im Bahnhof; Mehraufwand an Arbeitszeit oder dergleichen? Wo bleibt hier der Klage-freudige Otto Normalverbraucher, der sonst wegen jedem kleinkarierten Nonsens vor Gericht zieht?

Noch etwas zeigt uns diese Situation eindrucksvoll – an den Schalthebeln der Macht sitzen fast ausnahmslos Menschen die unfähig sind gemeinschaftlich zu handeln und Kompromisse zu finden.
Getreu nach dem Motto – Ich will und Du musst parieren, sonst zwinge ich dich in die Knie ( finanziell oder durch Lahmlegen empfindlicher Arbeitsprozesse).

Da ist dann auch die Überleitung zu Amazon.
Hier versucht nun Verdi einen Handelriesen in die Knie zu zwingen. Bisher, wie erwartet, vergeblich. Bei Amazon geht es, genau wie bei Bahn, um mehr Geld für die Angestellten. Doch hier könnte der Schuss schnell nach hinten losgehen. Zum einen hat Amazon bereits eine Anhebung der Versandkostenfreiheit vorgenommen, was noch zu verschmerzen ist. Immerhin hat der Verbraucher die Wahl auf andere Anbieter auszuweichen, was bei der Vielzahl von Webshops sicher nicht schwer sein wird. Es geht nur um die Bequemlichkeit – ein Anbieter für alles ( Amazon Marktmacht ) die es zu überwinden gilt. Preislich gibt es zwischenzeitlich, ebenso wie bei Media Markt, ausreichend Wettbewerber, die hier in die Bresche springen.
Was Verdi in seiner Kampfeslust aber aus den Augen verliert, ist die Tatsache, das Amazon seine Vertriebs- und Logistikzentren schnell und relativ einfach ins benachbarte Ausland verlegen kann. Amazon ist ein Platzhirsch und kann aus Polen und Tschechien genauso schnell und problemlos nach Deutschland ausliefern. Dazu bedarf es keiner deutschen Verteilzentren. Wenn es dem Handelriesen zu dumm wird, kommt die Verlegung und damit der Verlust von hunderten, wenn nicht tausenden, Arbeitsplätzen.

Was bringt also der Streik bei Amazon?

Es sind nur zwei aktuelle Beispiele die beleuchtet werden, um aufzuzeigen, das alles seine zwei Seiten hat. Alles ist miteinander vernetzt und Lösungen findet man nicht durch Drohgebärden, sondern nur in einem gemeinschafltichen Miteinander.

Streik ist ein Auswuchs für Unzufriedenheit, erzeugt aber ebenfalls wieder Unzufriedenheit und ist demnach konterproduktiv.

Streikende sind unzufrieden, weil sie zu wenig Geld verdienen, zu lange arbeiten müssen etc.
„Be“-Streikte ( z.B. Pendler, Bahn-Reisende etc. ) sind unzufrieden, weil sie doppelte Zeit für den Arbeitsweg brauchen, stundenlang auf dem Bahnsteig herumstehen oder im Stau stehen, wenn wir beim Beispiel Bahn bleiben.

Beide Parteien befinden sich in Disharmonie und kommen nicht deshalb wieder in Harmonie weil einige wenige für ihre Belange / Wünsche streiken.
Eigentlich logisch, wenn die Dinge „harmonisch“ betrachtet werden.

Das Sagen haben in diesen Angelegenheiten, wie in vielen gleichartigen Situationen, nicht die harmonischen Denker, sondern die machtbesessen ICH-Denker ( Gewerkschaft Vorsitzende etc. )

Wie findet man nun eine Lösung, die für beide Seiten harmonisch ist?

Fortsetzung folgt…
Autor / Copyright: Günter Sippert
Der Artikel darf nur mit Copyright-Vermerk genutzt werden.

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